HARPSTEDT - Teddy ist vom Gerüst gefallen und benötigt dringend Hilfe. Was ist als erstes zu tun? Die Kann- und die Vorschulkinder des DRK-Kindergartens in Harpstedt wissen es seit dieser Woche: „Die 112 wählen oder einen Erwachsenen um Hilfe bitten.“ Zum ersten Mal organisierte die Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes in Harpstedt einen Kursus „Erste Hilfe für Kinder“. 79 Mädchen und Jungen beteiligten sich in sechs Gruppen an dieser Aktion.
„Wir wollen den Kinder die Angst vor Notfallsituationen nehmen und erreichen, dass sie nicht wegschauen und sich trauen, Hilfe zu holfen“, erklärt Kindergartenleiterin Martina Buschheuer. Die Idee zu diesem Kursus sei Tom Borsum vom DRK-Kreisverband gekommen.
Als Erste-Hilfe-Ausbilderinnen beim DRK-Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen nehmen sich Sandra Schäfer und Byrte Kecskes den Kindern an und versuchen, ihnen in zweimal 45 Minuten auf spielerische Art und Weise zu erklären, worauf es in einem Notfall ankommt. Da wird unter anderem das Absetzen eines Notrufs geübt, das Anlegen von Verbänden und das richtige Aufkleben eines Pflasters. Außerdem erfahren die Fünf- und Sechsjährigen, was zu tun ist bei Nasenbluten, Kälteschäden oder beim Versorgen von Wunden, die mit roten Farbklecksen an Armen und Beinen so realistisch wie möglich dargestellt wurden. „Am Montag hatten wir eine Rund-um-Leuchte mitgebracht und die Kinder konnten mit lautem Tatütata-Geschrei den Krankenwagen spielen“, erzählt Sandra Schäfer.
Spaß hatten die Kleinen vor allem beim gegenseitigen Anlegen von Verbänden und im Umgang mit der Rettungsdecke. „Wichtig war es uns, dass die Kinder auch einmal über eigene Erlebnisse berichten, in denen sie sich weh getan oder verletzt haben“, so Martina Buschheuer. Ob die Erste Hilfe für Kinder im nächten Jahr wiederholt wird, ist noch nicht klar. Seinen Abschluss findet der Kursus am Freitag mit der Vergabe von Urkunden an alle jungen Teilnehmer.
