HARPSTEDT - Harpstedt sei „idealer Standort für eine Kooperative Gesamtschule“ (KGS). Das war einhelliger Tenor eines Treffens von Vertretern aus den Schulelternräten der Haupt- und Realschule, der Grundschulen Harpstedt und Dünsen sowie aus Elternvertretungen kommunaler Kindergärten am Dienstag im Gasthof „Stadtgespräch“ in Harpstedt. Die Elternvertreter wollen alle Hebel in Bewegung setzen, um die Vorteile für die Samtgemeinde herauszuheben, zumal im Landkreis voraussichtlich nur eine Gesamtschule genehmigt werde. Die Öffentlichkeit, speziell Eltern, müssten schnell und umfassend informiert werden, „wenn Harpstedt als Schulstandort einer weiterführenden Schule langfristig gesichert und ausgebaut werden soll“, so Nicolai Wacker (Elternrat der Grundschule Harpstedt) für die Elternvertreter.
Aus deren Sicht liegen die Vorteile für die Samtgemeinde „auf der Hand“, wie es in einer Erklärung heißt: Für Gymnasiasten, die bisher nach Wildeshausen fahren, verkürze sich der Schulweg; in der Grundschule gewachsene Freundschaften würden durch den Wechsel auf weiterführende Schulen nicht mehr „abgeschnitten“. Und: Die Samtgemeinde würde durch einen gymnasialen Zweig vor Ort für Neubürger attraktiver. Positive Effekte sehen die Elternvertreter ebenso bei den Kosten – vor allem durch die in Harpstedt „ausreichend“ vorhandenen Klassenräume, so dass hier „nur sehr geringe bauliche Maßnahmen“ nötig würden. Anders in Wildeshausen: Da das dortige Gymnasium „bereits jetzt aus allen Nähten platzt, müsste in Erwartung der bereits prognostizierten weiteren Steigerung der dortigen Schülerzahlen massiv in die Infrastruktur investiert werden“, so Wacker.
Dass viele Eltern Gesamtschulen skeptisch gegenüberstünden, führen die Elternvertreter darauf zurück, dass der Unterschied zwischen Kooperativer und Integrierter Gesamtschule nicht genug bekannt sei. Bei der KGS, die in Harpstedt angepeilt wird, würden Hauptfächer in den unterschiedlichen Schulzweigen Haupt-, Realschule, Gymnasium separat unterrichtet, so die Elternvertreter. Gemeinsame Lerngruppen (wie in der IGS) gebe es im Wesentlichen nur im Bereich Musik oder Sport. Dagegen werden Vorteile der KGS gesehen bei der Durchlässigkeit der Schulzweige. Ein Übergang werde erleichtert auch durch Abstimmung von Lehrplänen in schulzweigübergreifende Konferenzen und schulzweigübergreifenden Lehrereinsatz.
