HARPSTEDT - Kindergartenkinder vor ihrer Einschulung mit gezielten Maßnahmen besser auf den Übergang zur Schule vorzubereiten: Das ist Ziel des Programms „Das letzte Kindergartenjahr als Brückenjahr zur Grundschule“, für das das Kultusministerium landesweit 226 Modellprojekte zum neuen Schuljahr genehmigt hat. Mit dabei: die Grundschule Harpstedt sowie die Grundschule Dünsen gemeinsam mit dem DRK-Kindergarten Harpstedt und dem Freinet-Kindergarten im Zentrum Prinzhöfte bzw. mit dem kommunalen Kindergarten Dünsen. Die drei Kindertagesstätten seien für die Bewerbung ums zweijährige Projekt ausgewählt worden aufgrund ihrer unterschiedlichen Konzepte und Träger, erläutert Harpstedts Grundschulleiter Wolfgang Kunsch. Zusammengearbeitet werden soll aber auch mit den anderen Einrichtungen in der Samtgemeinde: „Unser Verbund gilt für alle Kindergärten.“ Noch mehr: Ziel sei auch, Kinder zu erreichen, „die keinen Kindergarten besuchen“, so Lehrerin Inge Nowak, die
mit Kollegin Silke Nehmelmann die Fäden bei dem Projekt in Händen hält.
Mit dem Modellprojekt soll in der Samtgemeinde die bereits bestehende Zusammenarbeit von Grundschulen und Kindergärten weiterentwickelt werden. Denn bereits seit Jahren gebe es einen „sehr positiven“ Austausch mit den Erzieherinnen, betont Kunsch: „Das hat es uns leicht gemacht, so ein Konzept gemeinsam zu erarbeiten.“ Für die Projektarbeit stünden nunmehr jedoch zusätzliche Stunden (drei pro Kraft finanziere das Kultusministerium) zur Verfügung.
Zu den Ansätzen und Ideen für das „Brückenjahr“ gehören gegenseitige Besuche und Information von Kindertagesstätten und Grundschulen, Hospitationen, gemeinsame Fortbildungen des Personals, Abstimmung über Ziele, eine Verbindung der Elternarbeit oder auch Besuche von Kindergartengruppen in der Schule. Ein weiterer konkreter Punkt: Für die letzten 15 Monate vor der Einschulung soll ein Beobachtungsverfahren erarbeitet werden, zu dem zweimalige Lernstandsfeststellungen – mit fünf Jahren und vor der Einschulung – sowie Elterngespräche gehören. Aufbauend auf die erste Beobachtung sollen die Kinder gezielt gefördert werden; die spätere Wiederholung soll Entwicklungen und Fortschritte aufzeigen und zugleich Hilfe für die Schule sein, wo sie in der Förderung ansetzen kann. Derartige Lernstandsbeobachtungen gab es bislang nur an der Grundschule: „Es wäre schön, wenn man damit früher beginnen könnte“, so Kunsch.
Ziel des Modellprojekts ist es Nowak zufolge, ein Konzept zu erarbeiten, „das langfristig tragfähig ist und weitergeht“. Die zwei Projektjahre seien hier nun zunächst „eine Zeit des Ausprobierens“.
