HARPSTEDT - Jetzt ist es amtlich: Die Haupt- und Realschule Harpstedt ist offiziell zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ernannt worden. Am Freitag überreichte Knuth Erbe, niedersächsischer Landeskoordinator des Projekts, die Urkunde an die Schüler-Arbeitsgruppe, die sich seit mehr als einem Jahr für „Schule ohne Rassismus“ (SOR) engagiert.
Die Harpstedter Schule sei nun die 99. Schule in Niedersachsen, die diesen Titel erhalten habe, so Erbe. „Meinen herzlichen Glückwunsch, dass diese Schule jetzt zum Netzwerk gehört.“
Auch Samtgemeindebürgermeister und Präventionsratsvorsitzender Uwe Cordes lobte das Engagement der acht Schüler der Arbeitsgruppe (AG). „Ich finde die Idee toll, dass nicht wir Erwachsenen zeigen, wo es lang geht, sondern dass ihr Kinder und Jugendlichen von unten heraus Basisarbeit macht. Das finde ich großartig!“
Für den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hatte die AG, die sich im September 2008 gegründet hatte, einiges auf die Beine gestellt: ein Theaterstück im vergangenen Jahr oder eine Lesung mit dem Autoren und Sozialpädagogen Reiner Engelmann im April, zum Beispiel. Demnächst ist ein Malwettbewerb für die fünften und sechsten Klassen geplant und auch an ein Rockkonzert hat die AG gedacht. Alle Vorhaben drehen sich dabei natürlich um die Themen Rechtsextremismus, Rassismus oder Diskriminierung.
Das war aber noch nicht alles. Denn für die Auszeichnung mussten zudem mehr als 70 Prozent aller Schüler und Mitarbeiter unterschreiben, dass sie das SOR-Projekt unterstützen und sich gegen Rassismus und Diskriminierung stark machen. An der Delmeschule haben 85 Prozent unterschrieben.
Mit Jonny Otten, einem ehemaligen Spieler von Werder Bremen, haben sich die Schüler einen prominenten Schirmherren ins Boot geholt – auch das war Voraussetzung, um den Titel „Schule ohne Rassismus“ tragen zu dürfen. Otten kam nicht allein zur Titelverleihung: Auch Klaus-Dieter Fischer, Präsident vom SV Werder, hielt eine Ansprache und stellte den Fan-Ethik-Kodex des Vereins vor, mit dem sich Fanclubs zu Toleranz und Gewaltverzicht verpflichten. „SV heißt auch ,soziale Verantwortung’“, erklärte er, was ein Sportverein mit einem solchen Thema zu tun habe. „Ich gratuliere euch, insbesondere der Arbeitsgruppe, dass ihr gewillt seid, den Kampf gegen die ewig Gestrigen zu führen“, lobte er die Schülerschaft für ihr Engagement gegen Rassismus. Der Arbeitsgruppe schenkte er 20 Karten für ein Europa-League-Spiel.
Rektor Wolfgang Bleyer erinnerte an die Verantwortung, die die Schule jetzt habe. „Die Arbeit geht jetzt erst richtig los. Wir wollen eine ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’ bleiben.“
