HARPSTEDT - Begleitet wird die französische Gruppe von Lehrerin Sylvie Terouanne. Sie organisiert bereits seit 35 Jahren Jugendbegegnungen mit Harpstedt.
Von Marén bettmann
HARPSTEDT - Wäre gestern nicht Europatag gewesen, hätte sicherlich die französische Trikolore auf dem Fahnenmast vorm Amtshof im Wind geflattert. So nun versammelten sich gestern Nachmittag die 24 Austauschschüler des Collège St. Michel mit ihren Gastgeschwistern unter der blau-gelben Flagge der Europäischen Union, wo sie von Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes und Fleckenbürgermeister Alfred Pergande offiziell bei Cola und Keksen empfangen wurden.Am Sonnabend waren die 14- und 15-jährigen Mädchen und Jungen aus Harpstedts Partnerstadt Loué angereist. Es war sozusagen der Gegenbesuch der Jugendlichen vom Harpstedter Schulzentrum, die im vergangenen September das Collège St. Michel besucht hatten. Noch bis Freitagabend wohnen die jungen Franzosen in ihren Gastfamilien und nehmen am Schulunterricht teil. Zwischendurch gibt es ein gemeinsames Programm mit Begrüßungsfeier im Schulzentrum, Bowling, Heidepark Soltau, Stadtbummel in Bremen und Grillparty.
Begleitet werden die französischen Schüler von Sylvie Terouanne, die bereits seit 35 Jahren am Jugendaustausch zwischen Harpstedt und Loué maßgeblich beteiligt ist. Als Betreuerin ist in diesem Jahr Michele Gouttard mit dabei.
Die Deutsch- und Französichlehrerin Sylvie Terouanne ist während des Austausches als Dolmetscherin sehr gefragt. Auch beim Gemeindeempfang übersetzte sie die kurzen Grußworte der beiden Bürgermeister. „Die Schüler verständigen sich überwiegend mit Händen und Füßen und mit viel Englisch“, erzählt Lehrerin Ingrid Rathje, die auf deutscher Seite den Schüleraustausch organisiert. Oft hielten die Kinder noch lange nach ihrem Aufenthalt Kontakt, berichtet Sylvie Terouanne. „Geschrieben wird allerdings weniger, die meisten schicken sich SMS.“
Dass manche Freundschaften sogar über Jahrzehnte halten, konnte Annelen Voß von der Harpstedter Jugendpflegerin berichten, die seit 34 Jahren den Jugendaustausch zwischen Harpstedt und Loué mitbetreut. „Nachbarn von mir treffen sich mit einer Familie schon seit vielen Jahren.“ Eben eine Freundschaft ganz im Sinne des europäischen Gedankens. Somit bot die Europaflagge, die gestern munter vorm Amtshof wehte, eine passende Symbolik für die Begegnung deutscher und französischer Jugendlicher, die bereits seit 38 Jahren zwischen Harpstedt und Loué praktiziert wird.
