HARPSTEDT - Die FDP-Fraktion im Kreistag des Landkreises Oldenburg hat in einer Pressemitteilung lautstark das Vorgehen einiger Eltern in der Samtgemeinde Harpstedt kritisiert. Demnach würden diese die Elternbefragung des Landkreises zur Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Harpstedt manipulieren.

Bei Informationsveranstaltungen in Dötlingen und Wildeshausen zu diesem Thema hätten einige Eltern die dortigen Anwesenden aufgefordert, unbedingt für eine IGS zu stimmen, auch wenn diese ihre Kinder gar nicht auf die Schule schicken wollen. Dies sei ein Aufruf zur Unwahrheit, so der FDP-Fraktionsvorsitzende Ernst-August Bode. Die Landesschulbehörde könne sich mit derartig manipulierten Ergebnissen kaum befassen und ernsthaft prüfen.

Zudem weist die Fraktion auf die finanziellen Auswirkungen hin, die bei der Einrichtung einer zweiten IGS im Landkreis entstehen würden. Und das obwohl die Haupt- und Realschule in Harpstedt in einem guten Zustand seien. Laut Mitteilung rechne die Kreisverwaltung bei der Schülerbeförderung mit weit mehr als 200 000 Euro an Zusatzkosten. Dieser hohe Aufwand sei nur bei einem echten Bedarf einer IGS zu rechtfertigen. Die FDP-Fraktion würde mit dem Geld für die voraussichtlich jährlichen Kosten einer IGS lieber die Haupt- und Realschulen in Wildeshausen und Harpstedt unterstützen.

Die Vorwürfe der FDP-Kreistagsfraktion weist Tanja Koutianidis von der Elterninitiative entschieden zurück. „Es ist zwar richtig, dass wir Eltern auffordern, für die Einrichtung einer IGS zu stimmen, auch wenn sie noch nicht wissen, ob sie ihre Kinder wirklich auf die Schule schicken wollen“, so Koutianidis. „Wir machen das aber nicht mit der Absicht, die Befragung zu manipulieren. Wir wollen so den Eltern eine Wahlmöglichkeit zwischen den verschiedenen Schulformen schaffen“, rechtfertigt sich Koutianidis. Viele Eltern, deren Kinder in der ersten Klasse sind, würden jetzt noch gar nicht wissen, ob sie später eine IGS für ihre Kinder bevorzugen.

Aber auch, diejenigen, die ihre Kinder sicher nicht auf eine IGS schicken wollen, fordert die Elterninitiative zur Zustimmung auf. Die Gründe seien die Vorteile der IGS gegenüber anderen Schulformen. Koutianidis betont: „Die Kinder bekommen da nicht von Anfang an einen Stempel aufgedrückt und werden individuell gefördert.“