HARPSTEDT - „Es passte.“ Für die Samtgemeinde, die nach dem kurzfristigen Weggang von Sozialpädagogin Kerstin Bartling zum September eine Nachfolgekraft für die Sozialarbeit an der Hauptschule Harpstedt suchte – und für die Wildeshauserin Maren Lührsen, die sich nach mehrjähriger Tätigkeit in der stationären Jugendpflege in Zetel sowie Elternzeit beruflich neu orientieren und wohnortnäher arbeiten wollte. Der Ausschreibung sowie den Vorstellungsgesprächen Mitte Oktober folgte bereits zum 1. November ihr Dienstantritt.

Seit Monatsbeginn ist die 33-Jährige nun mit 20 Wochenstunden im Rahmen des Hauptschulprofilierungsprogrammes des Landes am Schulzentrum tätig – eine Aufgabe, die die Absolventin eines Fachhochschulstudiums Sozialarbeit/Sozialpädagogik und zweifache Mutter, die auch eine Erzieherinnenausbildung mitbringt, mit Elan angeht: „Zumal ich vorher auch mit Jugendlichen gearbeitet habe und mich das reizt.“ Zwischen 2002 und 2011 nämlich arbeitete sie unterbrochen von Elternzeitphasen mit einer Wohngruppe der Jugendhilfe Collstede im Diakonischen Werk, begleitete Essen, Hausaufgaben, Angebote, Zukunftsplanung: „Wir haben Alltag gelebt.“

Gerade auch das Thema Berufsfindung liege ihr, sagt die Sozialpädagogin – und damit ein Schwerpunkt ihrer Aufgabe an der Hauptschule. Hier soll sie im Zuge der aktuell bis 31. Dezember 2014 laufenden Maßnahme Beratung und Unterstützung bei der Berufsfindung, bei Bewerbungsschreiben oder Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen bieten. Profitieren sollen gerade Jugendliche, „die es auf dem Arbeitsmarkt nicht so leicht haben“, weiß Lührsen. Auch Besichtigungen von Ausbildungsbetrieben oder Fahrten zum Berufsinformationszentrum begleitet sie mit. Hinzu kommt ein nicht minder wichtiger Aspekt: Die Sozialpädagogin steht als Ansprechpartnerin für vertrauliche Gespräche bereit, wenn Jugendliche Probleme haben im Elternhaus, mit Lehrern oder Mitschülern. Dabei komme ihr zugute, dass sie „in einer anderen Position“ als Lehrkräfte sei, nicht benote, neutral „von außen“ zusehe.

Kontakt zu den Jugendlichen aufzubauen und ihr Vertrauen zu finden, steht für die 33-Jährige in nächster Zeit obenan. Auch wenn die ersten Arbeitstage vor allem der Orientierung und Information dienten, haben einige Schülerinnen und Schüler bereits den Weg zu ihr gefunden: „Einige sind neugierig und wollten wissen, wer ich bin. Aber es gab auch schon Beratungsgespräche“, freut sich Lührsen – wohlwissend, „dass sich das entwickeln muss“. Durchaus positiv sieht sie dabei, dass sie ihr Büro direkt im Gebäude der Haupt- und Realschule hat, wo sie – wie Bartling zuvor in der Delmeschule – feste Sprechzeiten anbietet: „Der Weg ist kürzer.“ Bei Bedarf stellen auch Lehrkräfte den Kontakt zu Schülern her, zudem will Lührsen über Angebote oder auch Besuche in der Jugendpflege junge Leute kennenlernen. Übernommen hat sie bereits die AG „Gefühlswelten“ im Zuge der Ganztagsangebote.

In dieser Woche steht für die neue Kraft zudem das erste größere Projekt an, das sie mit begleitet: ein Suchtpräventionsprojekt für 7. und 8. Klassen des Schulzentrums. Auch damit bestätigt sich für die 33-Jährige, was sie von der neuen Aufgabe erwartet: „Es ist sehr abwechslungsreich.“