HARPSTEDT - Die Entdeckung der Langsamkeit: Eine wenige Zentimeter breite Spur auf zwei Rädern in möglichst langer Zeit zu durchrollen, das ist eine der anspruchsvollen Aufgaben, vor denen die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Harpstedt derzeit stehen. Oder auch, mit dem Rad Kreise und Achten fahren und dabei nicht nur jeden Richtungswechsel korrekt anzuzeigen, sondern beim Zurückschauen auch noch eine hochgezeigte Fingerzahl zu erkennen. Diese und vier andere Stationen hat das Regionale Umweltbildungszentrum Hosüne für seinen Geschicklichkeitsparcours aufgebaut, mit dem das RUZ auch in diesem Jahr bei den Verkehrsaktionstagen für die 3. und 4. Klassen der Grundschule mitwirkt, die noch bis diesen Freitag laufen. Für die Kinder gilt es dabei zu zeigen, wie gut sie ihr Rad auch in ungewohnten Situationen beherrschen und wie gut sie dabei trotz allem an verkehrsgerechtes Verhalten denken. „Je öfter sie üben, desto besser geht es in Fleisch und Blut über“, weiß Edith Janßen vom RUZ.

Ziel der Verkehrsprojekttage der Grundschule ist es, Sicherheit im Umgang mit dem Fahrrad und richtiges Verhalten im Straßenverkehr zu fördern – und das durch vielfältige Angebote an drei Tagen. Neben Bewährtem wie Übungsstationen auf dem Schulhof mit Hindernissen und Spurbrett, Übungsfahrten in Gruppen im Realverkehr rund um die Schule, Fahrradwerkstatt sowie ADAC-Geschicklichkeitskurs für die Viertklässler an diesem Freitag warten auch neue Angebote. So führt Kassandra Groeneveld vom Malteser Hilfsdienst Kinder ein in Erste Hilfe, und für die 3. Klassen gibt es Tipps zum Verhalten am Bus. Auf die 4. Klassen wartet zudem in zwei Wochen noch eine Zusatzetappe im Sattel: bei der Radfahrprüfung für den Fahrradführerschein.

Ein Auge auf verkehrssichere Fahrräder hatte die Polizei, die am Mittwoch zur Fahrradkontrolle anrückte. 146 Räder wurden dabei geprüft – in 30 Fällen gab es Beanstandungen oft kleinerer Art. Moniert wurden „meist Beleuchtungsmängel“, so das anschließende Fazit der Polizei. Aus dem Verkehr gezogen werden musste aber kein Rad.

Eine Dankeschön der Schule galt am Donnerstag auch helfenden Händen, die bei den Projekttagen an den verschiedenen Stationen mit anpackten: „Viele Eltern helfen kräftig mit, das ist ganz toll“, freute sich Konrektorin Elsa Kramer-Spielmann.