HARPSTEDT - Drei Jahre lang werden ab sofort die Doktoranden Mareike Hustedt und Herbert Bock die „Bäuerliche Siedlungs- und Geschlechterhistorie in der Samtgemeinde Harpstedt“ erforschen. Betreut werden sie dabei von Prof. Dr. Dr. Bernd-Ulrich Hucker von der Uni Vechta. Hustedt studierte nach einer Ausbildung zur Krankenschwester in Vechta Geschichte und Germanistik mit dem Abschluss „Master of Education“. Bock war Berufssoldat und absolvierte erst im Ruhestand in Vechta ein Magisterstudium in Geschichte, Geographie, Politikwissenschaft.

Das Forschungsprojekt zur Regionalgeschichte wurde am Mittwoch von Hucker und der Ideengeberin, Professorin Karin Holm, bei einer Beiratssitzung in der Wasserburg allen Bürgermeistern in der Samtgemeinde sowie in Anwesenheit von Sponsoren vorgestellt. Auch die beiden Doktoranden wurden begrüßt.

Mareike Hustedt, die in Schwarme und Hoya aufgewachsen ist, erzählte, dass sie sich von Kind auf an für die Geschichte in ihren Heimatdörfern interessiert habe. Sie habe sich während des Studiums darauf spezialisiert, alte Schriften zu lesen und zu deuten. Herbert Bock stammt aus dem Rheinland, diente aber in der Offizierszeit lange in Barnstorf, Lohne und Oldenburg. „Ich kenne die Gegend“, sagte er. Beide zeigten sich überzeugt davon, dass sie sich mit ihren unterschiedlichen Studienschwerpunkten gut ergänzen würden.

Bernd-Ulrich Hucker dankte Karin Holm für den Anstoß zu dem Forschungsprojekt. Auch habe sie sich sehr um die Einwerbung von Sponsorengeldern bemüht. Bislang ermöglichen Mittel der Samtgemeinde, die EWE-Stiftung Oldenburg, die Eon-Avacon Syke, Wolfgang Rixen von der Privatschule Spascher Sand und einige weitere private Spender die Durchführung der Forschungsarbeiten. „Es wird ein spannendes Ding“, prognostizierte Hucker. Eine Regionalforschung in dieser Intensität sei bislang nicht gemacht worden.

Die Wissenschaftler haben Räume in der Delmeschule zugewiesen bekommen. In dieser Außenstelle der Uni Vechta wollen sie von Zeit zu Zeit mit Zwischenergebnissen an die Öffentlichkeit gehen.

Im Anschluss an die Beiratssitzung referierte Hucker dann in einem öffentlichen Vortrag über „Peperweg – Bassumer Weg – Flämische Straße und Folcweg: Verschollene mittelalterliche Straßen in der Samtgemeinde Harpstedt“.