Harpstedt - Die Entscheidung, den zweiten Tag der 11. Harpstedter Holzheiztage wegen des Sturmtiefs „Sabine“ abzusagen, fiel am Samstagvormittag um 11 Uhr. Rainer Städing, Regionaler Pressesprecher für die Forstämter, sowie Revierförster Eberhardt Guba teilten die Entscheidung mit. „Wir dürfen die zum Teil sehr teuren Gerätschaften, aber natürlich auch die Besucher und Aussteller nicht in Gefahr bringen. Das wäre fahrlässig“, waren sich Städing und Guba einig. Am Stand der Landesforsten hatte man sich beraten. Dort war auch die Leiterin des Forstamtes Ahlhorn Regina Dörrie vor Ort. Alle waren sich einig, dass die Gefahr zu groß und nicht einschätzbar sei.
Risiko wird zu groß
„Wir haben die Ausstellungsmeile im Harpstedter Wald zwar auf gefährliche Bäume und Äste kontrolliert und Gefahrenstellen beseitigt, aber dem Sturmrisiko können wir nur durch Verzicht begegnen“, so Stefan Grußdorf vom Forstamt. So war der erste der angesetzten beiden Holzheiztage zugleich auch der letzte.
Der Aufwand und damit die Flut an Informationen rund um das Thema Heizen mit Holz und Holzwirtschaft waren dennoch riesig. Von fast sechzig Ständen auf 1000 Metern, sprach Eberhardt Guba. Zum Wohnen mit Holz gab es ein sogenanntes fahrbares Tinyhouse, Projekt der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) Ammerland, zu sehen. Nicht fehlen durften die Herren der Motorsägen mit ihren Holzkunstwerken, die sie aus den Douglasie-Stämmen vor den Augen der Besucher zauberten. Vorführungen reichten aber auch vom Harvester bis zum Rückepferd.
Thomas Glander (Freunde des Kaltblutpferdes) hatte seine beiden belgischen Kaltblutkraftpaket-Hengste, Spartakus und Herkules mit in den Wald am Horstedter Weg gebracht. Geduldig legten sich die Vierbeiner richtig ins Zaumzeug und bargen lange Holzstämme schonend aus dem Gehölz. Für Glander und andere Vereinskollegen war die Vorführung zugleich ein Training. Im vergangenen Jahr erreichte Glander mit seinen Vierbeinern einen dritten Platz bei den Europameisterschaften. Und wenn alles klappt, richtet der Verein 2021 die Deutschen Meisterschaften in der Samtgemeinde aus.
Am Stand der Landesforsten unterrichteten die Förster und Mitarbeiter über neue Ansätze in Sachen Mischwald. Ihr Ansatz: Den Wald auf die veränderten Klimabedingungen einzustellen. Außerdem müsse der Borkenkäfer bekämpft werden. Auf den frei werdenden Flächen sollen alternative Baumarten wie zum Beispiel die Flatterulme gepflanzt werden. Die sind nicht heimisch, aber besser auf Wetterveränderungen angepasst, heißt es.
Neue Pflanztechnik
Auch auf Pflanztechnik wurde hingewiesen. So hat Guba schon vor einigen Jahren eine Gabel zum Ausheben von Pflanzlöchern entworfen, die das Anlegen neuer Flächen mit Maschinenkraft einfacher, besser und schneller macht. „Da kann man nicht mit der Hand gegenarbeiten. Auch sind die Pflanzlöcher nicht so groß und tief wie mit der Gabel“, sagt Förster Henning Steffens. Auch Maschinenvorstellungen und Angebote zum Heizen mit Holz waren zu sehen. Alles in allem eine Angebotsvielfalt, die am Samstagvormittag schon zu früher Stunde viele Schaulustige und Interessenten auf die Meile lockte.
