Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Sturmtief „Sabine“ halbiert Harpstedter Holzheiztage

Peter Kratzmann

Harpstedt - Die Entscheidung, den zweiten Tag der 11. Harpstedter Holzheiztage wegen des Sturmtiefs „Sabine“ abzusagen, fiel am Samstagvormittag um 11 Uhr. Rainer Städing, Regionaler Pressesprecher für die Forstämter, sowie Revierförster Eberhardt Guba teilten die Entscheidung mit. „Wir dürfen die zum Teil sehr teuren Gerätschaften, aber natürlich auch die Besucher und Aussteller nicht in Gefahr bringen. Das wäre fahrlässig“, waren sich Städing und Guba einig. Am Stand der Landesforsten hatte man sich beraten. Dort war auch die Leiterin des Forstamtes Ahlhorn Regina Dörrie vor Ort. Alle waren sich einig, dass die Gefahr zu groß und nicht einschätzbar sei.

Risiko wird zu groß

„Wir haben die Ausstellungsmeile im Harpstedter Wald zwar auf gefährliche Bäume und Äste kontrolliert und Gefahrenstellen beseitigt, aber dem Sturmrisiko können wir nur durch Verzicht begegnen“, so Stefan Grußdorf vom Forstamt. So war der erste der angesetzten beiden Holzheiztage zugleich auch der letzte.

Der Aufwand und damit die Flut an Informationen rund um das Thema Heizen mit Holz und Holzwirtschaft waren dennoch riesig. Von fast sechzig Ständen auf 1000 Metern, sprach Eberhardt Guba. Zum Wohnen mit Holz gab es ein sogenanntes fahrbares Tinyhouse, Projekt der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) Ammerland, zu sehen. Nicht fehlen durften die Herren der Motorsägen mit ihren Holzkunstwerken, die sie aus den Douglasie-Stämmen vor den Augen der Besucher zauberten. Vorführungen reichten aber auch vom Harvester bis zum Rückepferd.

Thomas Glander (Freunde des Kaltblutpferdes) hatte seine beiden belgischen Kaltblutkraftpaket-Hengste, Spartakus und Herkules mit in den Wald am Horstedter Weg gebracht. Geduldig legten sich die Vierbeiner richtig ins Zaumzeug und bargen lange Holzstämme schonend aus dem Gehölz. Für Glander und andere Vereinskollegen war die Vorführung zugleich ein Training. Im vergangenen Jahr erreichte Glander mit seinen Vierbeinern einen dritten Platz bei den Europameisterschaften. Und wenn alles klappt, richtet der Verein 2021 die Deutschen Meisterschaften in der Samtgemeinde aus.

Am Stand der Landesforsten unterrichteten die Förster und Mitarbeiter über neue Ansätze in Sachen Mischwald. Ihr Ansatz: Den Wald auf die veränderten Klimabedingungen einzustellen. Außerdem müsse der Borkenkäfer bekämpft werden. Auf den frei werdenden Flächen sollen alternative Baumarten wie zum Beispiel die Flatterulme gepflanzt werden. Die sind nicht heimisch, aber besser auf Wetterveränderungen angepasst, heißt es.

Neue Pflanztechnik

Auch auf Pflanztechnik wurde hingewiesen. So hat Guba schon vor einigen Jahren eine Gabel zum Ausheben von Pflanzlöchern entworfen, die das Anlegen neuer Flächen mit Maschinenkraft einfacher, besser und schneller macht. „Da kann man nicht mit der Hand gegenarbeiten. Auch sind die Pflanzlöcher nicht so groß und tief wie mit der Gabel“, sagt Förster Henning Steffens. Auch Maschinenvorstellungen und Angebote zum Heizen mit Holz waren zu sehen. Alles in allem eine Angebotsvielfalt, die am Samstagvormittag schon zu früher Stunde viele Schaulustige und Interessenten auf die Meile lockte.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden