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Bildung Grundschulen legen bei Inklusion vor

Christian Korte

HATTEN - Wie überall in Niedersachsen bereiten sich auch in der Gemeinde Hatten die Grundschulen darauf vor, künftig inklusiv zu arbeiten. Kinder, die bisher in der Regel an einer Förderschule unterrichtet würden, sollen dann gemeinsam mit gleichaltrigen Kindern eine Regelschule, beispielsweise einer Grundschule, eine Haupt- oder Realschule oder auch ein Gymnasium besuchen.

Damit soll eine wesentliche Forderung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen erfüllt werden: Sie fordert die Durchsetzung der Menschen- und Selbstbestimmungsrechte von Menschen mit Behinderungen und soll ihnen ermöglichen, an allen gesellschaftlichen Bereich teilzuhaben.

Gemeinsam wollen die Grundschulen der Gemeinde Hatten zum nächsten Schuljahr mit dem Projekt Inklusion starten. Ähnlich wie in Hude (

NWZ

  berichtete) soll dazu eine sonderpädagogische Grundversorgung mit dem Schwerpunkt „Lernen“ für die ersten und zweiten Grundschulklassen aufgebaut werden. Dazu würden die Schulen pro Klasse und Woche zwei Lehrerstunden aus dem Topf der Förderschulen bekommen.

Diese Sonderpädagogen sollen sich im Unterricht nicht nur um die Schüler kümmern, sondern auch ihren Grundschul-Kollegen zusätzliches Wissen vermitteln oder ihnen helfen, Förderpläne zu erstellen, erklärt Johannes Petrich, stellvertretender Schulleiter der Grundschule Kirchhatten, der mit den Schulleitungen der anderen Grundschulen der Gemeinde am gemeinsamen Konzept arbeitet.

Noch sind allerdings die notwendigen Anträge nicht bewilligt und schließlich wird auch jede Schule das Konzept an die eigenen Ausgangsbedingungen anpassen müssen.

Eine Sonderstellung nimmt die Grundschule Streekermoor ein. Dort wird bereits seit Jahren integrativ gearbeitet. Die vorhandenen Integrationsklassen werden noch bis zur vierten Klasse weiter geführt, neue soll es aber nicht geben.

Wie Marianne Wentzel, Leiterin des Haupt-, Personal und Schulamtes der Gemeinde, bestätigt, wird die Grundschule Streekermoor durch den Systemwechsel im Endeffekt weniger Verstärkung durch Sonderpädagogen haben als bisher.

Keine Veränderungen sind nach Wentzels Angaben im Bereich der Kindertagesstätten geplant, wo es ebenfalls schon seit längerer Zeit integrativ arbeitende Gruppen gibt, die sicherstellen sollen, dass Kinder mit Behinderung nahe bei ihrem Wohnort in einer regulären Betreuung sein können.

Auch an der Waldschule sind vorerst keine Veränderungen in Sicht, erklärt Schulleiter Stephan Piper, die im laufenden Schuljahr wieder eingerichtete Integrationsklasse werde weiter laufen.

Der Begriff Inklusion

wird häufig gemeinsam mit dem bekannteren Begriff Integration verwendet. Hinter beiden Begriffen steht aber eine grundsätzlich unterschiedliche Betrachtungsweise.

Ziel der Integration ist es, einen Schüler mit Behinderung durch besonders auf ihn abgestimmte Förderung in die Lage zu versetzen, dem Anspruch der Schule gerecht zu werden.

Inklusion geht den umgekehrten Weg. Hier soll die Schule in die Lage versetzt werden, sich jedem einzelnen Schüler anzupassen, ohne ihn besonders herauszustellen.

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