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Nach dem Training wird’s ernst

HATTEN/SANDKRUG - Wehmütig verabschiedeten sich gestern Schüler und Lehrer voneinander. Viele Schulabgänger plagen Zukunftssorgen.

Von Stephan Onnen

HATTEN/SANDKRUG - Nach vier Wochen Fußball-WM kam gestern Mittag auch die Entlassungsfeier für die Abgänger der Waldschule um den Kicker-Jargon nicht herum: „Wir haben hier eine sehr schöne Trainingsphase gehabt, jetzt ist die Zeit der Freundschaftsspiele allerdings vorbei“, sagte Anna-Lena Greber aus der 10cR, die gemeinsam mit fünf Mitstreitern die Gedanken der sechs Abschlussklassen mit Fußballausdrücken vortrug.

Damit sorgten die Schüler ebenso für Heiterkeit wie die Klasse 6aH, die in einem gelungenen Sketch eine „Konferenz“ aus dem Lehrerzimmer darstellte.

Zwischen Lachen und Weinen anzusiedeln war der Beitrag der Lehrer der drei Realschulabschlussklassen, Klaus Sievers, Birthe Theis und Peter Habbinga. Das Trio sang vor großem Publikum in der mit Blumen dekorierten Aula ein Abschiedslied und schwenkte Taschentücher.

Nachdenkliche Töne hatte zuvor Schulleiter Volker Westerkamp angeschlagen: „Wenn ich weiß, wie viele Bewerbungen der eine oder die andere von Euch geschrieben und nur Absagen oder oft gar keine Anwort erhalten hat, fällt es nicht einfach, optimistische Worte zu finden“, sagte Westerkamp. Der Jugend drohe die berufliche Zukunft abhanden zu kommen, warnte der Schulleiter. Er sah es als „moralische Pflicht der Erwachsenen-Gesellschaft“ an, Jugendlichen eine berufliche Perspektive zu bieten – „gerade auch denen, die nicht mit dem höchsten und besten Abschluss aufwarten können.“

In die gleiche Kerbe schlug Bürgermeister Helmut Hinrichs. Für seine Forderung nach dem Ende „einer Marktwirtschaft, die das Soziale ausgrenzt“ erhielt er ebenso großen Applaus wie für den Satz „Die Menschen und nicht die Aktienkurse müssen im Mittelpunkt stehen.“ Ein ausreichendes Ausbildungsplatzangebot ist für ihn ein „Grundwert, der in die Verfassung gehört.“ Die Gemeinde geht übrigens mit gutem Beispiel voran: Sie will nach den Ferien zwei zusätzliche Auszubildende einstellen. Elternvertreter Rolf Vergin rief die Jugendlichen dazu auf, Stellung zu beziehen und gesellschaftliche Strukturen mitzugestalten.

Ebenso wie die zahlreichen guten Wünsche gehören auch musikalische Beiträge zum festen Bestandteil der Entlassungsfeier in der Waldschule: Stolz auf ihren Auftritt konnte Annika Lüdeking (10cR) sein, die unterstützt von ihrer Schwester Katharina „Haltet die Welt an“ von „Glashaus“ sang und damit den richtigen Ton traf. Eingeleitet worden war die Feier von der Musik-AG mit „Conquest of paradise“. Für den umjubelten Schlusspunkt sorgte die Band „Secret Six“ mit ihrer Version des Silbermond-Hits „Durch die Nacht“.

Elf von 133 Abgängern ohne Abschluss – 21 Realschülern steht Gymnasium offen

133 Jugendliche

haben gestern ihren Abschied von der Hatter Waldschule gefeiert.

In den

beiden 9. Hauptschulklassen blieben sieben von 54 Schülern ohne Abschluss. In der 10. Hauptschulklasse verlassen vier von 19 Schülern das Schulzentrum ohne Abschluss. 13-mal wurde ein Realschulabschluss vergeben, zwei Schüler erhielten den Hauptschulabschluss.

Von den 60

Zehntklässlern der Realschule erreichten 21 mit dem erweiterten Abschluss die Berechtigung zum Besuch des Gymnasiums. 39 Schüler bekamen den Realschulabschluss.

Als Klassenbeste

wurden Dennis Bernett (9aH), Jessica Tabken (9bH), Jan-Niklas Hülsmann (10aH), Julian Engel (10aR), Janina Kiesel (10bR) und Malte Claußen (10cR) ausgezeichnet. Malte Claußen hat mit einer Durchschnittsnote von 1,94 in diesem Schuljahr das beste Abschlusszeugnis erreicht.

Mit Präsenten

bedankte sich Schulleiter Volker Westerkamp bei vier Schülern, die sich durch besonderes Engagement hervorgetan haben: Jannic Horn und Robin Cordes (10H) betreuten die Tontechnik bei Veranstaltungen der Schule. Anne Blum (10cR) und Vivian Geisler (10bR) hinterlassen im Schulsanitätsdienst eine Lücke.
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