Hatterwüsting - „Die drei „K“ - Kinder, Küche und Karriere – Ansichten von gestern – Fakten von heute – Visionen von morgen“ lautete der Titel eines Vortrages, zu dem die Landfrauen Streek kürzlich ins Hotel Meiners in Hatterwüsting eingeladen hatten. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Janniene Köster standen zunächst drei schmackhafte Suppen im Vordergrund des Geschehens. Die Vorstandsfrauen bemühten sich, der Referentin Ingrid Janßen zuerst die leckerste Kreation zu kredenzen. Sie konnte zwischen Tomatensuppe, Pfeffersuppe und Hochzeitssuppe wählen. Das galt selbstverständlich auch für alle anderen Gäste, die ebenfalls weitere Angebote verköstigten.

Entgeltgleichheit – darüber müssen Frauen sprechen und die Fakten kennen, erklärte die Referentin in einem Vortrag über die Ursachen und Folgen der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Sie gab Antworten auf die Fragen „Was ist der Gender-Pay-Gap?“, „Was sagt er über die Chancengerechtigkeit aus?“ und „Wie wirken sich Rollenbilder und Partnerschaftskonzepte auf Berufswahl, Erwerbstätigkeit und Lebenslaufplanung von Frauen aus?“ „Warum sollten Frauen ihre Erwerbsbiografie im Blick haben?“ war ein weiteres Thema an diesem Nachmittag.

Ingrid Janßen, auch „Equal-Pay-Beraterin“, nennt als Hauptgründe für die Lohnlücke, dass Frauen in erster Linie in weniger gut bezahlten Jobs arbeiteten. Außerdem fühlten sich Frauen für die Sorgetätigkeiten in der Familie besonders berufen. Sie leisteten somit einen großen Anteil an unbezahlter Arbeit und stünden nicht für eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zur Verfügung. Hinzu komme, dass Frauen nach einer längeren Erwerbspause wegen Kindererziehung nicht wieder an ihren vorherigen Verdienst anknüpfen könnten. Berufs- und Branchenwahl spielten ebenfalls eine große Rolle.

Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss das Angebot bezahlbarer Kitaplätze weiter ausgebaut werden, lautet eine ihrer Forderungen. Sie sollten den Beruf ergreifen können, den sie sich wünschen und für den sie sich geeignet fühlen. Dafür sei eine bessere Bezahlung von Frauen dominierten Berufen, z.B. in der Pflege, und eine Aufwertung der Fürsorgearbeit nötig. Arbeitgeber sollten familienfreundliche Arbeitszeitmodelle anbieten, auch in Führungspositionen. Auch das Entgelttransparenzgesetz müsse weiter ausgebaut werden.