Ganderkesee - Die meisten Klassenzimmer leer, die Schulhöfe verwaist, die Dezibel-Werte niedrig. – Für Ganderkesees Schulen begann das Jahr 2016 auf kleinster Flamme. Wegen des wetterbedingten Unterrichtsausfalls blieben die meisten Kinder zu Hause und verlängerten ihre Weihnachtsferien. Die wenigen, die trotzdem kamen, erlebten einen eher spielerischen Start ins neue (Schul-)Jahr.
„Nix los“, so beschrieb Rektorin Birgit Humberg flachsend die Situation an der kleinen Grundschule Habbrügge. „Wir sind gut vernetzt“, die Eltern seien frühzeitig über den Unterrichtsausfall informiert worden. Nur eines der 38 Kinder war gekommen, übte erst für ein Diktat – um danach mit den Kindern einer Lehrerin zu spielen. Die Pädagogen selbst, so Humberg, „bereiteten Unterricht vor oder nach“.
Die meisten Schüler begrüßte am Donnerstag die Grundschule Lange Straße. 21 der insgesamt knapp 200 Kinder waren gekommen. Da sei „schon ein bisschen Fantasie nötig“, um allen Altersgruppen und Veranlagungen individuell gerecht zu werden, sagte Rektorin Rita Wieneke. Zwei Klassenräume waren geöffnet worden. Wer wollte, konnte sich schulischem Stoff widmen – oder spielen. Da kämen auch Gesellschaftsspiele auf den Tisch, so die Rektorin.
An der Grundschule Dürerstraße kamen elf von 295 Schülern. Wenn es um nur einen Tag Unterrichtsausfall gehe, könnten viele Eltern auf Betreuungsmöglichkeiten zurückgreifen, schilderte Rektor Frank von der Aa seine Erfahrung. Schwieriger sei es, wenn die Betreuung für mehrere Tage zu regeln sei. Ausdrücklich begrüßte er es, dass der Landkreis frühzeitig über den Ausfall informierte. Dadurch habe die Schule frühzeitig Hinweise geben können.
Auch Ulla Dunker, Leiterin der Grundschule Heide, begrüßte die zeitige Informierung. „Wir haben ein Betreuungsangebot eingerichtet, die Kollegen malen oder spielen mit den wenigen Kindern.“ Von 190 Schülern waren nur fünf gekommen.
In der Grundschule Schierbrok wurden gerade einmal sechs von 167 Schülern betreut. Überrascht sei sie nicht, so Schulleiterin Karin Rohde. „Ich hatte es schon erwartet, viele Eltern haben es sehr gut geregelt.“ Die Kinder durften im Betreuungsraum spielen, während die Lehrer sich in Arbeitsgruppen zusammensetzten.
In der Grundschule Bookholzberg waren von 245 Kindern 13 anwesend, auf dem Stundenplan stand ausnahmsweise Spaß und Spiel.
Der Hort an der Langen Straße organisierte am Donnerstag zusätzlich zu den gewohnten Öffnungszeiten ab 12.30 Uhr mit halber Besetzung eine Notbetreuung am Vormittag. Acht Kinder nahmen dies Angebot an. Das Programm wurde gestaltet „wie ein Ferientag“, so Meike Peter (Hort-Leitung).
