Grabstede - Gespannt haben am Mittwoch Kinder in der Grundschule Grabstede die Demonstrationen von Gunter Gärtner verfolgt. Gärtner war für das Niedersächsische Kultusministerium in die Klassen gekommen, um ein extrem aktuelles Thema aufzugreifen, das aber bereits seit Jahren auf der Agenda steht. Kinder bewegen sich zu wenig, „sie sind im Sport ganz schwach geworden“, wie Gärtner sagt. Dagegen soll mit Hilfe der Aktion etwas getan werden.

Vor sieben Jahren schon hat die frühere Diskuswerferin Liesel Westermann die Aktion mit ins Leben gerufen. Gärtner: „Es ist heute das erfolgreichste Projekt im Kultusministerium.“ Jetzt heißt der Aktionsplan „Lernen braucht Bewegung – Niedersachsen setzt Akzente“. Dieses Ziel soll den Kindern vermittelt werden, mit Unterstützung auch von Lehrern und Eltern.

Zunächst also der bewegte Unterricht am Mittwochvormittag. Gunter Gärtner demonstrierte an Modellen die Funktionsweisen der Wirbelsäule, die Bedürfnisse der Bandscheibe – „die kann sich nur ernähren, wenn sie bewegt wird“ – und gab den Kindern Hausaufgaben mit auf den Weg „für heute, morgen und für jeden Tag: Soviel wie möglich rumtoben.“ Wer schon Sport in Vereinen betreibe, sei ganz toll dabei: „Nur nicht stundenlang vor der Glotze sitzen.“

Nachmittags folgte eine Lehrerfortbildung, in die auch Erzieherinnen aus dem Kommunalen Kindergarten Grabstede eingebunden waren. Die Teilnehmer wurden interaktiv vernetzt, es ging vor allem um die Fragen: „Wie bekommen wir mehr Bewegung in den Unterricht, wie kann der Lern- und Lebensraum Schule im Alltag dafür besser organisiert werden?“

Und abends waren die Eltern an der Reihe. Auf einem Informationsabend in der Schule sollten sie darauf aufmerksam gemacht werden, auch zu Hause für mehr Bewegung ihrer Kinder zu sorgen, damit die „gesundheitsfördernden Impulse nicht am Schultor enden“.

Das Projekt „Bewegte Schule – schlaue Köpfe“ wird vom Gemeindeunfallversicherungsverband Hannover, der Techniker Krankenkasse Niedersachsen, der Bundesarbeitsgemeinschaft Haltungs- und Bewegungsförderung in Wiesbaden und der Landesvereinigung für Gesundheit, Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen unterstützt.