Moorriem - Das Schuljahr 1997/1998 war ein besonderes für die Moorriemer Grundschüler. Erstmals gingen sie zur „Grundschule Moorriem“. Die Primarschule im westlichen Teil der Stadt Elsfleth hatte zuvor über Jahrzehnte „Grundschule Eckfleth“ geheißen, benannt nach dem Dorfteil in dem das Gebäude steht. Erstmals in der Geschichte Moorriems seien die Grundschüler aus allen dreizehn Fachwerkdörfern im Sommer 1997 zur selben Schule gegangen, erklärt Schulleiterin Ulrike Peine-Müller. Doch was war der Grund für die Umbenennung?
Daran kann Peine-Müller sich gut erinnern, denn sie war bereits vor 20 Jahren Leiterin der Grundschule. Die Namensänderung möglich gemacht habe die Verschiebung der Schuleinzuggrenzen. Bis zum Schuljahr 1996/97 hätten die Schülerinnen und Schüler aus Oberhörne noch die Grundschule in Großenmeer besucht.
Neue Schwerpunkte
Die Idee, die Einrichtung in Grundschule Moorriem umzubenennen, sei während eines Gesprächs im Kollegium entstanden, erzählt Peine-Müller. Und danach sei alles relativ schnell gegangen und nicht kontrovers diskutiert worden. Der Rat der Stadt Elsfleth habe eingewilligt, so dass der Namensänderung nichts mehr im Wege stand.
Doch nur bei der Namensänderung blieb es nicht. Diese wurde mit einem Ausbau und einer Schärfung des Schulprogrammes verbunden. Heimat, Sicherheit und Chancen sind seitdem die Grundpfeiler des heimatkundlichen Schwerpunktes der Schule geworden.
„Wer seine Heimat kennt, schätz und schützt sie und gewinnt Sicherheit. Wer sicher ist, zeigt dies Können und Auftreten. Wer sicher auftritt hat mehr Chancen. Mit guten Chancen entlassen wir die Kinder in der weiterführenden Schulen“, erklärt die Schulleiterin.
Passend zu Moorriem nimmt das Thema Moor einen wichtigen Platz in der Schule ein. Insbesondere in der Gestaltung des Altbaus der Schule von 1937 findet sich dieser heimatkundliche Aspekt wieder: Moorthemen und Moorfarben dominieren. Im Eingangsbereich können beispielsweise ein Paar alte „Moorschuhe“ und „Pferdetrippen“ betrachtet werden. Letztere wurden den Pferden im Moor unter die Hinterfüße gebunden. So sanken diese nicht so tief ein.
Opa erzählt Geschichten
Ebenfalls zur Heimat gehört Plattdeutsch. Um die alte Sprache der Region zu fördern, wird im Unterricht zum Teil Platt gesprochen und in AGs angeboten. Außerdem nimmt die Grundschule seit 40 Jahren am plattdeutschen Lesewettbewerb teil. Ebenfalls eine Besonderheit ist „Schulopa“ Gerhard Koopmann. Dieser erzählt den Schülern auf Platt einige Geschichten aus seiner Jugend oder von der Flurbereinigung in Moorriem. So erhalten die Schüler immer wieder Berichte eines Zeitzeugen über ihre Heimat.
Doch der Heimatbegriff beschränkt sich in der Schule nicht auf Moorriem. „Global betrachtet ist die ganze Welt unsere Heimat“, sagt Peine-Müller. Aus diesem Grund legt die Schule auch einen großen Wert auf das Thema Umweltbildung. Während Schülerprojekten sind in den vergangenen Jahren unter anderem ein Insektenhotel und eine Blumenwiese für die Bienen, Hummeln und Co an der Schule entstanden. Für solche Projekte wurde die Schule bereits dreimal als „Umweltschule in Europa ausgezeichnet“.
Neben der neuen Schwerpunktsetzung des Schulprogramms hat sich auch am Gebäude in den vergangenen 20 Jahren etwas getan. Der Altbau wurde vor zehn Jahren, nachdem die Kindertagesstätte in einen Neubau gezogen war, wieder in Beschlag genommen. Und im vergangenen Jahr wurde das Großprojekt Umbau des Pausenganges vollendet. Außerdem hatte sich 1997 der Moorriemer Schulverein gegründet, der die Grundschule seit nunmehr 20 Jahren unterstützt.
