Bösel - Eine Ära geht zu Ende – da war sich Lehrer Reinhard Lanfer sicher: „Gestern stand ich hier noch und du hast mich verabschiedet. Heute bin ich schon im Ruhestand und habe die Ehre, dich zu verabschieden, lieber Herbert.“ Lanfers Blicke gingen hinüber in ein glückliches Gesicht. Zufrieden sah er aus, Herbert Bley, Schulleiter der Oberschule Bösel, der am Mittwoch nach zwölf Jahren als Rektor feierlich verabschiedet wurde.
„Du kannst auf jeden Fall mit Stolz und Zufriedenheit auf deine Zeit an unserer Schule zurückblicken. Du hast viel bewegt und warst uns allen ein guter Kollege und Freund“, betonte Lanfer in seiner Ansprache.
Die feierliche Urkunde zum Ruhestand von Bley brachte Regierungsschuldirektor Konrad Barth mit. Er stellte seinen Auftrag in Frage: „Will ich das überhaupt, was ich heute soll? Eigentlich nicht, denn als Schulleiter lässt Herbert Bley keiner gerne gehen. Er hat das Modell Bösel ’designed by Bley’ entwickelt – ein Erfolgsmodell“, lobte Barth den Werdegang des 64-Jährigen in Bösel. Tief verwurzelt war Bley in der Böseler Schulwelt. 1981 hatte er nach dem Studium der Fächer Deutsch, Kunst und katholische Religion den Schuldienst an der damaligen Hauptschule Bösel aufgenommen, 1983 stieg er zum Konrektor auf. Nach Bösel war der gebürtige Ellerbrocker bereits 1975 gezogen.
Doch nicht nur in der Schulwelt – in der ganzen Gemeinde hinterlässt Bley einen „bleibenden Eindruck“, wie es Bürgermeister Hermann Block in seiner Ansprache formulierte. „Es war eine tolle Zusammenarbeit seitens der Gemeinde und der Schulleitung. Herbert hat alle Reformen – und es gab sehr viele – mit Leben gefüllt. Die ganze Gemeinde ist ihm sehr dankbar“, so der Bürgermeister.
Von Seiten der Kirche sprach Pfarrerin Meike von Kajdacsy von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Friesoythe-Bösel-Sedelsberg stellvertretend für beide Kirche zum Schulleiter. „Das ich gerade das Grußwort sprechen darf, zu einem Schulleiter der fest im katholischen Glauben verankert ist, ist eine kleine Ehre. Denn Herbert Bley stand nicht nur für eine lebendige Schule, sondern auch für gelebte Ökumene“, so die Pfarrerin.
Musikalisch wurde die Verabschiedungsfeier durch den Chor der Klasse sechs und der Theater-AG sowie durch verschiedene Instrumentalstücke von Schülern begleitet.
Mathematiklehrer Florian Röttgers sprach aus den Reihen des Kollegiums: „Es war ein Wirken voller wichtiger Punkte an unserer Schule. Good Bye, good Bley“, sagte Röttgers mit einem Schmunzeln. Er übergab im Namen des Kollegiums passend zwei Bilder an Bley, der sich jetzt im Ruhestand unter anderem seiner großen Leidenschaft der Kunst widmen will.
Doch Bley möchte auch abschalten. „Ich bin dann mal weg“, so lautete der Spruch auf der Einladung zur Abschiedsfeier. So will Bley auch wandern und das Berufsleben hinter sich lassen. „Es waren bewegte Momente. So fühlt es sich an, sehr gerührt zu sein. Ich danke allen die mich auf meinem Lebensweg begleitet haben. Diesen Tag werde ich mit Sicherheit nie vergessen“, so Bley.
