HESPENBUSCH - Wallach „Jolly“ nahm es eher gelassen, als sich die acht Mädchen an den liegenden vierbeinigen Freund anlehnten und ihn streichelten. Im „Reitvergnügen Hespenbusch“ stand nach der Mittagspause der zweite Teil des Kurses „Mädchenträume – Mädchenstärken“ an diesem Herbstferientag an. Bereits zum 13. Kursus dieser Art im sechsten Jahr und zum zweiten im laufenden Jahr hatte das Kreisjugendamt eingeladen, wie Mareike van’t Zet, zuständig für den Kinder und Jugendschutz, bekräftigte. Aber auch die Gemeinde Großenkneten unterstützt die integrativen Präventionskurse finanziell. Darauf wies Antje Oltmanns als Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde hin.

Schon am Vormittag nahmen die acht- bis zehnjährigen Mädchen an einem Wen-Do-Kursus teil, den Ebba Ache mit Unterstützung von Brigitte Malcharczyk veranstaltet hatte. Am Nachmittag war es Brigitte Malcharczyk, die die Kinder im Umgang mit den Pferden und einer klaren Kommando-Gebung spielerisch für das Thema Gewaltprävention sensibilisierte.

„Einmal Nein sagen können und nicht alles mit sich geschehen lassen, das ist Ziel des Präventionskurses, der sich an nicht behinderte und behinderte Kinder gleichermaßen richtet“, stellte Mareike van't Zet heraus. „Es geht darum, das Selbstbewusstsein und die Selbstbestimmung zu stärken, um Prioritäten gegen sexuelle Gewalt vor allem auch im Nahbereich zu setzen und von selbst entgegenwirken zu können“, sagte die Kreisjugendamtsmitarbeiterin. Am Ende sei es gut für die Kinder, langsam ein Gefühl zu entwickeln, was gut und was schlecht für sie sei. Ein probates Mittel seien die Wen-Do-Kurse, wie Ebba Ache darstellte. Das Erkennen der Rollenverteilung und die klare Wahrnehmung seien wichtig. In den Kursen können die eigene Führung und die eigenen Kräfte gestärkt werden.

Hier setzt auch die Arbeit von Brigitte Malcharczyk an. Die Pferde würden nur etwas tun, wenn sie klare Ansagen erhalten würden. So sei es auch im täglichen Leben. Deshalb werde die Hälfte des Kursus mit Pferden verbracht.