Westerstede - Ganz vorsichtig bindet der sechsjährige Ansgar seinem Teddy den Verband um das flauschige Beinchen. Der Teddy hat sich das Bein gebrochen, daher wird er fachmännisch verarztet.

Jetzt stand für die Vorschulkinder in der Westersteder DRK-Kita an der Fröbelstraße ein Erste-Hilfe-Kurs auf dem Stundenplan. „Die Kinder lernen die Grundzüge der Ersten Hilfe“, erklärt Dominique Becker vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), die den Kursus ehrenamtlich leitet. Bei ihr lernen die Mädchen und Jungen beispielsweise, wie sie reagieren sollten, wenn jemand verletzt ist. Wie sie einem Verletzten die Decke unterlegen, ihn in die stabile Seitenlage bringen oder auch, wie sie im Notfall Verbände anlegen können.

Geprobt wurde das nicht nur an sich selbst. Die Kinder durften im „Kuscheltier-Krankenhaus“ auch ihre liebsten Plüschgefährten verbinden.

„Die Kinder reagieren im Ernstfall nicht mit Panik, sondern ruhig“, erläutert Sabine Prinz, Leiterin der Kita. Ganz wichtig sei der Spaß an der Sache, so verlören die kleinen Retter den Schrecken vor Verbänden, Martinshorn oder Blaulicht.

Die Kinder sollen erkennen, dass sie nicht alleine in einer Notfallsituation sind, aber selbst bereits viel wissen und daher souverän handeln können. Und: Die Kleinen können den Großen ein Vorbild sein, wie Dominique Becker weiß. „Viele Erwachsene haben ihren letzten Erste-Hilfe-Kurs mit dem Führerschein gemacht.“ Oft gebe ein solcher Kurs im Kindergarten den Eltern einen Anstoß, ihre Kenntnisse aufzufrischen.

Jedes Vorschulkind macht einen solchen Kurs einmal mit. „Es ist wichtig, dieses Thema frühzeitig zu vermitteln“, meint Becker. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sei hier sehr wichtig. Die Mitarbeiter der DRK-Kita absolvieren einmal im Jahr ein Erste-Hilfe-Seminar.

Tonia Hysky
Tonia Hysky Redaktion Kultur/Medien