Elisabethfehn - Es sind einmalige Aufnahmen. Dorfansichten, Bilder vom Torfabbau und der Feldbestellung – das alte Elisabethfehn der 60er Jahre. „Es ist ein wahrer Schatz für uns", sagt Antje Hoffmann, Leiterin des Moor- und Fehnmuseums in Elisabethfehn. Sie spricht von einem alten Bericht des NDR, der am 14 Juni 1961 im Fernsehen lief. In der Reihe „Städter sehen Dörfer“ hat der NDR Elisabethfehn einen 25-minütigem Bericht gewidmet, der neben mehreren Interviews mit Bürgern auch alltägliche Arbeits- und Wohnsituationen aus dem Dorf und dem Moor zeigt. Doch leider ist es ein Stummfilm. „Nach Auskunft des NDR war die Tonspur in einem derart schlechten Zustand, dass sie bei der Digitalisierung nicht mehr erhalten werden konnten“, sagt Lukas Aufgebauer, Leiter der museumspädagogischen Abteilung des Museumsdorfs Cloppenburg. Er arbeitet mit dem Moor- und Fehnmuseum zusammen an dem Projekt.

Zusammen mit Antje Hoffmann wollte sich Aufbauer aber nicht mit einem stummen Bericht zufrieden geben – gerade weil auch bekannte Elisabethfehner wie Bernhard Ley, damaliger Vorsitzender des Schiffervereins, Hans Kokenge, Besitzer des Guts Cornelia, oder der damalige Gemeindedirektor Hermann Groothoff vor der Kamera viel erzählen. „Die Interviews sollen durch Lippenleserin Judith Harte rekonstruiert werden. Sie hat auch schon an historischen Dokumentationen des ZDF mitgearbeitet“, so Aufgebauer. Insgesamt kostet das Projekt rund 3500 Euro. 1000 Euro kommen vom Förderverein des Museums sowie weitere 1000 vom Museum selbst. „Wir freuen uns sehr, die Aufarbeitung dieser einmaligen Aufnahme zu unterstützen“, sagt Jochen Stuke, Direktor der Regionaldirektion Friesoythe der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO). Die Regionalstiftung der Bank unterstützt das Projekt mit den restlichen 1500 Euro. „Damit können wir einzelne Ausschnitte des Films in die entsprechenden Themenfelder unserer Ausstellung mit einarbeiten und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen“, so Hoffmann.

Ebenfalls seien die Aufnahmen sehr anschaulich, da sich noch lebende Personen aus Elisabethfehn, zum Teil auch Vorfahren und Verwandte, in dem Film wieder finden würden. Im Oktober soll das Projekt dann abgeschlossen sein. Die Nutzungslizenz des NDR ist auf zehn Jahre begrenzt – den ganzen Film darf das Museum aber aus rechtlichen Gründen nicht zeigen. „Wir werden auch da versuchen, Abhilfe zu schaffen. Das Museum sollte die Rechte haben, den ganze Film zu zeigen“, verspricht Stuke.

Neben dem Filmprojekt wird aber auch eine neue Saterland-Tafel durch die LzO-Stiftung mit 1500 Euro unterstützt. „Für die Dauerausstellung über das Saterland soll diese neue Tafel die besondere Sprachinsel mit Texten, Grafiken und Hörstationen dem Museumsbesucher näher bringen“, so Hoffmann. Dafür sollen saterfriesische Texte von Kindern der Marienschule Strücklingen mit eingesprochen werden. Ebenfalls helfen die Saterländer Curt Niemeyer und Marianne Fugel bei dem Projekt. Die Kosten belaufen sich auf 5000 Euro. allein 200 Euro kommen vom Förderverein des Museums.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland