Ofenerdiek/Kreyenbrück - Mobbing, Inklusion, die Integration von Flüchtlingskindern, traumatisierte Schüler, Vermittlung bei Konflikten jeglicher Art – Schulsozialarbeitern mangelt es nicht an Arbeit. Ihre Wichtigkeit ist unstrittig.

Allerdings: Die bisher von der Stadt an den Oberschulen beschäftigten, aber zu einem großen Teil vom Land Niedersachsen finanzierten Sozialarbeiter können nach derzeitigem Stand ihre Arbeit nicht fortsetzen, wenn das Hauptschulprofilierungsprogramm zum 1. Januar 2017 ausläuft. Das Land springt zwar für die Stadt als Arbeitgeber ein, legt den Stellenausschreibungen aber andere Einstellungsvoraussetzungen zugrunde. „Das ist ein großes Problem für uns. Es sieht so aus, als ob unsere Sozialpädagogen nicht übernommen werden könnten“, bedauert Christian Osterndorf, Leiter der Oberschule Ofenerdiek.

Ähnlich verhält es sich an der Grundschule Kreyenbrück. Dort läuft die Zwölf-Wochenstunden-Stelle der Sozialarbeiterin schon zum 1. August dieses Jahres aus (die NWZ  berichtete). Sie wird derzeit über den Verein für Kinder als Träger des Ganztagsangebotes finanziert. Das Land macht daraus zum neuen Schuljahr eine halbe Stelle. Die bisherige Stelleninhaberin kann sich trotz ihrer umfangreichen Praxiserfahrungen nicht bewerben, weil ihrem Studium der Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Schwerpunkt Sozialpädagogik und ein Anerkennungsjahr fehlen.

Schulamtsleiter Matthias Welp verwies darauf, dass dazu aktuell Verhandlungen zwischen dem Land Niedersachsen und den kommunalen Spitzenverbänden laufen. Auf Drängen aus Reihen der Politik wird sich die Stadtverwaltung jetzt beim Kultusministerium dafür einsetzen, dass bewährte Strukturen erhalten bleiben.

„So etwas kann man arbeitsrechtlich über die Arbeitsplatzbeschreibung lösen“, meinte Ratsherr Hans-Henning Adler (Linke) im Schulausschuss. Vorsitzender Bernhard Ellberg (SPD) brachte es auf den Punkt: „Der gesunde Menschenverstand sollte Vorrang vor Paragrafenreiterei haben.“ Auch die Oldenburger Landtagsabgeordneten sollen eingeschaltet werden.