Hohenböken - Es war eines der ersten Projekte des Freiwilligen-Forums „Mach mit“ – und ist bis heute eines der erfolgreichsten: Die Leseförderung an Grundschulen durch ehrenamtliche Lesepaten besteht seit zehn Jahren. Die Gemeinde nahm dieses Jubiläum am Donnerstag zum Anlass, um den insgesamt 42 aktiven und ehemaligen Lesepaten an den sechs Grundschulen bei einer Kaffeetafel im Landcafé Löwenstein in Hohenböken Dankeschön zu sagen.

„Sie schenken den Kinder Zeit, damit diese in der Schule und später im Berufsleben besser zurecht kommen“, würdigte Bürgermeisterin Alice Gerken die Arbeit der Ehrenamtlichen. „Das ist Zeit, die Zinsen bringt.“ Lesen sei ein wichtiger Faktor zur gesellschaftlichen Teilhabe. „Das Lesenwollen ist die erste Voraussetzung für das Lesenkönnen“, verdeutlichte Gerken, dass nicht alle Kinder das Förderangebot sofort annehmen. Deshalb sei Feinfühligkeit und pädagogisches Geschick gefordert, um die Freude am Lesen zu wecken.

Die Gemeinde unterstütze die Lesepaten unter anderem mit Schulungen, erklärte Christa Wachtendorf vom Freiwilligen-Forum, die das Projekt vor zehn Jahren ins Leben gerufen hatte und es jetzt gemeinsam mit ihrer Kollegin Angelika Sagehorn betreut. Auch die Schulleitungen und die Deutschlehrer an den Grundschulen tauschen sich mit den Ehrenamtlichen regelmäßig aus. „Das funktioniert sehr gut“, bestätigte Gertrud Winkler, die an der Grundschule Bookholzberg die Leseförderung koordiniert.

Zehn Lesepaten sind schon von Anfang an dabei. So wie Annelie Hirschfelder, die sich auch nach ihrem Umzug nach Bad Zwischenahn weiter um leseschwache Kinder in Bookholzberg kümmert. Ihr gefällt besonders die Arbeit mit Kindern aus Migrantenfamilien: „Die meisten sind sehr lernwillig.“ Auch Udo Schütte ist als Lesepate an der Grundschule Bookholzberg aktiv: „Wir begleiten den Unterricht, nehmen aber auch einzelne Kinder heraus für die persönliche Förderung“, erklärt er die Arbeit. Außerdem gebe es mittags noch eine Extra-Stunde für die Einzelbetreuung.

Von den Schulen gebe es immer wieder positive Rückmeldungen, freut sich Christa Wachtendorf. Und neben dem Lesen werde oft auch das Rechnen geübt oder anderer Unterrichtsstoff vertieft. Die Lesepaten, so Wachtendorf, könne man ebenso gut als „Lernpaten“ bezeichnen.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)