HOHENKIRCHEN - Für Kinder und ihre Eltern ist das letzte Jahr im Kindergarten ein besonderes Jahr: Die Kinder werden auf die Schule vorbereitet. Das so genannte Brückenjahr soll den Kindern den Übergang in die Schule erleichtern. In einer Kooperationsvereinbarung haben alle Grundschulen und Kindergärten im Wangerland am Dienstag in Hohenkirchen gemeinsame Standards festgelegt.

Im Wangerland gibt es vier Grundschulen und fünf Kindergärten. So arbeitet jeweils ein Kindergarten mit einer Grundschule zusammen. Ausnahme ist Hooksiel: Dort arbeiten die Kindergärten Hooksiel und Waddewarden mit der Grundschule Hooksiel zusammen. Darüber hinaus arbeiten aber auch alle Kooperationspartner untereinander zusammen.

Die jetzt unterzeichnete Vereinbarung ist das Ergebnis intensiver Zusammenarbeit zwischen den Kindergärten und den Grundschulen als Kooperationsnetzwerk Wangerland im Rahmen des Modellprogramms „Brückenjahr“. Das vom Kultusministerium geförderte Modellprojekt, an dem Grundschule und Kindergarten Tettens teilnahmen, startete 2007 und läuft im Sommer aus. „Das Kooperationsnetzwerk Wangerland wird aber darüber hinaus weiter bestehen“, sagte Katrin Thiesen, Leiterin der Grundschule Tettens und Koordinatorin des Projekts.

Ziel der Kooperation ist, Kindern und Eltern den Übergang in die Grundschule zu erleichtern. Dazu arbeiten die Pädagogen aus Kindergarten und Grundschule eng zusammen. „Wir haben festgestellt, je mehr Kooperation stattfindet, desto leichter finden sich die Kinder später in den Grundschulen zurecht“, so Thiesen.

Darum führen alle Beteiligten einen Kooperationskalender, in dem gemeinsame Termine festgehalten werden. „Das können sowohl Termine sein, bei denen es um Besuche der Kinder in den Schulen geht, aber auch inhaltliche Termine wie etwa Elterngespräche“, berichtete Katrin Thiesen.

Zudem wird im Kindergarten für jedes Kind ein Beobachtungsbogen geführt, der in der Grundschule weitergeführt wird. So ist es möglich, Fortschritte und Ergebnisse zu dokumentieren und auszuwerten. „Wir können dann zum Beispiel sehen, ob die Förderung, die wir im Kindergarten angeboten haben, für das Kind in der Schule hilfreich ist“, erklärte Thiesen.

Das betrifft nicht nur Kinder mit Defiziten, sondern auch solche, die über besondere Begabungen verfügen. Die Eltern werden dabei einbezogen. „Wir wollen so ein gemeinsames Bildungsverständnis entwickeln“, so Katrin Thiesen.