HOHENKIRCHEN - Wie richte ich ein Mail-Konto ein und schreibe oder versende E-Mails, wie finde ich Informationen über Personen im Internet, Kochrezepte oder Kartenmaterial? Und wie nutze ich ein Schreibprogramm?

Ganz unterschiedliche Fragen hatten die gut 20 Senioren aus dem gesamten Wangerland, die am Mittwoch das Angebot der Oberschule Hohenkirchen nutzten, sich von Schülerinnen und Schülern das Arbeiten am Computer erklären zu lassen. „Alle sind sehr motiviert“, freute sich Lehrer Heiko Hinrichs, der mit seinem Kollegen Heino Harms das Projekt „Ran an den Computer“ im Rahmen von „n-21“ betreut.

Mädchen und Jungen der Klassen 6 bis 10 hatten sich auf den Nachmittag mit den Älteren vorbereitet. „Es macht mir Spaß, anderen etwas so beizubringen, dass sie es dann auch können“, sagt etwa Henrieke Harken. Die Siebtklässlerin arbeitete mit Helma Witt aus Ziallerns zusammen.

„Wenn ich zu Hause am Rechner sitze, habe ich so viele Fragen, aber keinen, den ich fragen kann. Dann sitzt man stundenlang vor dem Computer und kommt nicht weiter“, erklärt Helma Witt, wieso sie in die Schule gekommen ist. Henrieke habe ihr sehr gut helfen können. Zum Beispiel hat ihr die Schülerin erklärt, wie sie abgespeicherte Dokumente wiederfinden kann. „Ich hoffe, ich kann auch alles behalten“, meint Helma Witt. Zur Sicherheit hat sie sich eine Menge Notizen gemacht – „das werde ich zu Hause dann ausprobieren.“

Helma Witts Mann Erwin fährt derweil am Rechner nebenan per Online-Karte quer durch Deutschland. „Ich finde toll, dass ich überhaupt etwas tun darf“, sagt er und lacht.

Torben Deichmann aus der 10aR, der mit Erwin Witt arbeitet, freut sich, dass auch Ältere sich für Computer interessieren. „Und dass ich weitergeben kann, was ich weiß“, sagt er.

Extra aus Jever nach Hohenkirchen gekommen ist Harald Hoffrogge. Er bekam die Veranstaltung von Bekannten empfohlen. „Es hat sich gelohnt“, freut er sich: Hoffrogge nutzte den Nachmittag, um sich ganz genau erklären zu lassen, wie er seinen Computer aufräumt. Als begeisterter Hobbyfotograf hat er nämlich tausende Bilder von Landschaften und Blumen auf der Festplatte – und nie traute er sich, zu löschen. Das hat er jetzt gelernt.

Die Witts wie auch Hoffrogge haben das Angebot der Computerschulung durch Jugendliche gerne angenommen. „Ich finde ganz toll, dass die Kinder Zeit für uns haben – unsere Kinder und Enkel kommen nämlich nie dazu, uns am Computer etwas zu erklären“, sagt Helma Witt.