HOHENKIRCHEN - HOHENKIRCHEN/KH - Als Deutschlehrerin aus Usbekistan verbringt Magda Irina seit Montag dieser Woche eine dreiwöchige Hospitationsphase im Schulzentrum in Hohenkirchen. Sie möchte hier neue Eindrücke gewinnen und Erfahrungen sammeln.
So geht es ihr um Kontakt und Arbeit zwischen Lehren und Schülern, den Aufbau des Unterrichts und alles, was das Schulleben ausmacht. Ihr Deutsch könnte nicht besser sein und so findet sie sich sprachlich bestens zurecht. Einige Unterschiede hat sie schon ausgemacht: „Wir müssen zum Teil in den Sommerferien arbeiten. Während die Schüler drei Monate frei haben, haben wir nur 48 Tage Urlaub.“
Auch die Bezahlung in Deutschland und Usbekistan sei sehr unterschiedlich. Um über die Runden zu kommen, müssten die Lehrer in ihrem Land auch nach der Schule Nachhilfeunterricht erteilen, um den Verdienst aufzustocken. „Mit Disziplin haben wir kein Problem“, betont sie, doch mit bis zu 48 Schülern in einer Klasse sei das nicht immer einfach. „Aber Gewalt“, setzt sie hinzu, „ist für uns kein Thema.“
An ihrer Schule in der Hauptstadt Taschkent, einer Stadt mit zwei Millionen Einwohnern, werden 2200 Schüler von Klasse 1 bis 11 unterrichtet. Die Schule ist eine von drei Usbekischen Schulen, die den Schwerpunkt auf Deutschunterricht legen, während in den anderen Schulen der Schwerpunkt auf Englisch gelegt wird.
Von den 110 Kollegen dort unterrichten 30 Deutsch, unterstützt werden sie von vier deutschen Lehrern. Die Inhalte der Deutschprüfung, die die Jugendlichen am Ende ihrer Schulzeit ablegen, legt die deutsche Kultusministerkonferenz fest. Auch Bücher und Unterlagen für die Lehrer kommen aus Deutschland, und zwar vom Pädagogischen Austauschdienst Bonn, der die Hospitationsreise für Lehrkräfte aus Ost- und Südosteuropa organisiert hat.
Magda Irina wird während ihrer Zeit im Wangerland von Schulleiterin Berta Paasmann betreut, bei der sie in dieser Zeit auch wohnt.
