HOLLEN/DELMENHORST - Durch Verhaltensänderung kann der Verbrauch um zehn Prozent gesenkt werden. Vier Schulen sind dabei.
Von Nadia-Zakia Chelly
HOLLEN/DELMENHORST - Nach jahrelanger erfolgreicher Kooperation mit Ganderkeseer Schulen sind jetzt auch vier Schulen aus Delmenhorst mit im Boot. Das Motto „Energie sparen“ haben sie sich auf ihre Fahnen geschrieben. In Zusammenarbeit mit dem Regionalen Umweltzentrum Hollen (RUZ) und der Stadt Delmenhorst beginnen die Schulen ein verhaltensorientiertes Energiesparprojekt. Gestern kamen die Schulleiter – Brigitte Frank von der Realschule Lilienstraße, Gaby Goetz von der katholischen Grundschule Marienschule, Dieter Geers von der Förderschule Fröbelschule und Manfred Willasch von der Berufsbildenden Schule II – zur Vertragsunterzeichnung ins RUZ.„Nun endlich kann es losgehen“, freut sich RUZ-Geschäftsführer Hilbert Grotelü-schen. Und deshalb schreiten Schüler der Fröbelschule auch gleich zur Tat und absolvieren im Nebenraum eine Energieteam-Schulung. RUZ-Mitarbeiterin Heike Hajhossinali erklärt, wo und wann Energie gespart werden kann.
Um selber abschätzen zu können, wie warm oder kalt es in den Klassenzimmern ist, baut das Energieteam Thermometer. „In jeden Raum hängen wir eins“, erzählt Pascal Kruse. „Dann wissen wir, wann es zu warm ist und können die Heizung herunterdrehen“, fügt sein Klassenkamerad Kevin Grigoll hinzu.
„Das Einsparpotential ist gewaltig“, weiß RUZ-Mitarbeiter Michael Sorg. Senke man die Temperatur um ein Prozent, können sechs Prozent der Energiekosten gespart werden. In Ganderkesee hat der Projektleiter des Energiespar-Projektes beobachtet, dass der Energieverbrauch durch Verhaltensänderungen um rund zehn Prozent gesenkt werden kann. Etwa 260 000 Euro an Energiekosten seien bislang eingespart worden.
„Das Pilotprojekt wird uns zeigen, wie die Zahl in Delmenhorst ausfällt“, merkt der Fachbereichsleiter für Gebäude- und Immoblienservice der Stadt Delmenhorst, Andreas Tensfeldt, an. „Schulen, die bislang schon sparsam waren, werden ihren Verbrauch jetzt kaum mindern können.“
Erstmalig nimmt an dem Projekt eine Berufsbildende Schule teil. Mit einer Grundschule, der Sekundarstufe I und II sowie einer Förderschule werde somit ein repräsentativer Querschnitt der Delmenhorster Schulen abgedeckt, so Grotelüschen. „Besonders interessant sind für uns die Grundschulen“, merkt Sorg an und erklärt, warum: „Hier können wir noch richtige Grundlagen schaffen. Das erleichtert später dann die Arbeit in den weiterführenden Schulen.“
Eine „Win-win-Situation“ nennt der RUZ-Geschäftsführer das Energiesparprojekt: Stadt, Schulen, RUZ und die Umwelt profitierten von dem sorgsamen Umgang mit den Ressourcen. Ein Teil der eingesparten Beträge fließe an die Schulen und das RUZ.
„Das Geld ist ein Anreiz“, räumt Schulleiter Geers ein. „Aber ebenso der Klimawandel, gegen den wir etwas tun können.“ Schon lange hat die Fröbelschule eine Fotovoltaikanlage, „aber jetzt kommt sie ins Bewusstsein der Schüler“. „Das Interesse für das Energiesparen ist bereits geweckt, obwohl wir heute erst den Vertrag unterzeichnen“, ist auch Tensfeldt begeistert.
Auf zunächst eineinhalb Jahre ist das Pilotprojekt angelegt. Der Stichtag 30. Juni 2008 schließt somit zwei Heizperioden mit ein. „Dann werden wir sicherlich über eine Ausweitung nachdenken“, blickt Tensfeldt voraus.
