HOLLEN/HUDE - Das Ziel: Durch Verhaltensänderung soll an Schulen Energie gespart werden. In Ganderkesee wurden so seit 1997 250 000 Euro weniger ausgegeben.

Von Markus Minten

HOLLEN/HUDE - Der Erfolg in Ganderkesee findet Nachahmer. Nachdem durch das Energiesparprojekt an Schulen der Gemeinde seit dem Start 1997 mehr als 250 000 Euro eingespart werden konnten, werden auch fünf Schulen aus Hude künftig Energie und damit Bares sparen – und das alleine durch Änderung des Verhaltens von Schülern, Lehrern und Hausmeistern.

Und genau wie in Ganderkesee wird ein Teil der Ersparnis (30 Prozent) der jeweiligen Schule zur freien Verfügung zu Gute kommen. 35 Prozent gehen in einen „investiven Topf“, aus dem etwa Energiesparlampen angeschafft werden, fünf Prozent werden über einen „Ausgleichstopf“ schulübergreifend eingesetzt, und den Rest erhält das Regionale Umweltzentrum Hollen.

Dort wurde das Projekt nicht nur ersonnen, Mitarbeiter des RUZ schulen auch die Energiespar-Teams der Schulen. Zwölf Schüler und eine Lehrerin der Grundschule Wüsting machten gestern den Anfang und informierten sich über Sparen von Strom, Wärme und Wasser. Die Grundschulen Jägerstraße und Hude-Süd sowie die Kath. Grundschule und die „Peter-Ustinov-Schule“ werden in den kommenden Wochen folgen.

„Man soll die Heizung nicht laufen lassen, wenn man das Fenster aufmacht“, hat der neunjährige Daniel (Klasse 4a) erfahren. „Da geht die ganze Wärme nach draußen.“ Warum das nicht passieren darf, weiß Frieso (9) aus der 3c: „Das ist besser für die Umwelt und kostet nicht so viel Geld.“ Und Jasper (3b) erklärt, warum das besser ist: „Sonst wird die Ozonschicht zerstört. Und dann wird es tagsüber 200 Grad warm und nachts minus 200 Grad.“

Ganz ohne Vorkenntnisse waren die Grundschüler nicht aus Wüsting angereist, sind doch alle Mitglieder der Umwelt-AG, die sich, von Silke Winkler geleitet, einmal wöchentlich trifft. Im RUZ lernten sie, wie man Energieverschwendung mit Hilfe von Thermometern und Luxmetern auf die Schliche kommen kann und probierten aus, wie viel Energie ein Schüler am Tag verbraucht. „Das sind 4,4 KWh“, verriet RUZ-Mitarbeiterin Heike Haihossinali. Daniel hatte es auf dem Heimtrainer als bester seiner Gruppe immerhin auf 2,8 KWh gebracht – wenn auch nur für 30 Sekunden.

Gut versorgt mit neuen Eindrücken und neuem Wissen will das Team künftig an seiner Schule mitwirken, weniger Energie zu verbrauchen. „Wir werden unseren Mitschülern erzählen, wo man sparen kann“, erklärt Sandro (8), wie auch die übrigen Schüler von der Schulung profitieren können. So könnten in Wüsting etwa Lichtschalter beschriftet bzw. für die Erstklässler mit Symbolen beklebt werden, damit nur die notwendigen Lampen brennen. Und die Freunde sollen darauf hingewiesen werden, „dass man das Licht ausmachen muss, wenn man als Letzter aus der Klasse geht“, erklärt Marleen.