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Umweltbildung Eltern werden Vorbilder beim Klimaschutz

Hollen - Dass das Regionale Umweltzentrum (RUZ) Hollen Kindertagesstätten in Sachen Klimaschutz fit macht, ist nicht neu. Dass dabei aber der Fokus auf den Eltern der Kita-Kinder liegt, sehr wohl: Seit Oktober 2017 ist das RUZ Träger des auf zwei Jahre angelegten Projekts „Nachbarschaftszentrum Kita – Eltern machen Klimaschutz“ (NaKita). Dieses wird mit gut 107 000 Euro im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) durchs Bundesumweltministerium gefördert. Gut 8000 Euro beträgt der Eigenanteil des RUZ.

Ideen entstehen in Kitas

Am Dienstagabend hatten sich im RUZ 31 Elternvertreter aus sieben Ganderkeseer und Dötlinger Kitas, Mitarbeiter der Einrichtungen sowie Mitarbeiter des Umweltzentrums versammelt, um über die Möglichkeiten individueller Klimaschutzprojekte in Kindergärten zu diskutieren.

CO2-Sparen beginnt im Kleinen

Das Umweltzentrum Hollen hat allerlei Tipps, mit denen jeder zum Klimaschutz beitragen kann: für kurze Strecken das Rad nehmen oder Fahrgemeinschaften bilden,für längere Strecken E-Bike anschaffen,Lampen ausschalten, die nicht gebraucht werden, und auf LED-Leuchten umsteigen, Geräte im Standbymodus ganz ausschalten oder vom Stromnetz trennen,  Heizung energiesparend einstellen, kaputte Geräte und Fahrräder reparieren, Obst und Gemüse aus der Region und saisonal einkaufen, bei Milch und Eiern auf regionale Produkte schauen, auf Treibhausprodukte verzichten,auf Balkon, Terrasse, Fensterbank oder im Garten Salat, Tomaten und Kräuter anpflanzen, Obststräucher anlegen, Äpfel auf der Streuobstwiese sammeln und eigenen Saft pressen.

Im Vordergrund stünden bei „NaKita“ die Ideen der Eltern und Kita-Mitarbeiter, wie das RUZ betont. Das Umweltzentrum selbst nehme eine beratende Funktion ein. Das Konzept: Bis zum Sommer 2019 soll in jeder teilnehmenden Kita ein eigenes Klimaschutzprojekt entwickelt und etabliert werden, das zur jeweiligen Einrichtung passt. „Wir freuen uns jetzt auf eine spannende Zeit mit den Eltern und den Kindergärten“, sagt Katharina Witte, Projektmitarbeiterin des RUZ. Die ersten Monate hatten noch der Ausarbeitung des Konzeptes und der Abwicklung administrativer Vorgaben gegolten.

Dass die Eltern in die Aktivitäten zum Klimaschutz einbezogen werden, hat aus Sicht der Projektmitarbeiter einen ganz praktischen Grund: Eltern würden im Alltagserleben ihrer Kinder eine zentrale Rolle spielen. Umso wichtiger sei es, dass Eltern selbst aktiv würden.

Im RUZ Hollen kamen am Dienstag bereits zahlreiche Ideen für mögliche Projekte auf den Tisch: Sie reichten von Repaircafés und Spielzeugtauschbörsen über Fahrgemeinschaften und Müllvermeidung bis hin zu einem Vergleichsfrühstück mit und ohne verpackte Lebensmittel. Sämtliche Bereiche von Mobilität, Ernährung, Energiesparen bis hin zu Konsum wurden einbezogen.

Jeder Beitrag hilft

„Wir wollen mit diesem Projekt Handlungsspielräume schaffen“, erläutert Projektleiterin Katja Wessolowski. Denn der Klimawandel lasse sich nur noch durch Verhaltensänderung bremsen: „Die Ursachen, Wirkungen und Folgen des Klimawandels sind kompliziert. Wir wollen zeigen, dass Engagement gar nicht so kompliziert ist. Jeder kann etwas tun, jeder Beitrag zum Klimaschutz, und sei er noch so klein, macht einen Unterschied. Vor allem: Engagement macht Spaß.“

Dass Freude und Engagement einander ergänzen, hat das RUZ in der Vergangenheit schon oft gezeigt. Und dass diese Konzepte aufgehen und Vorbildfunktion haben, hat es nicht zuletzt durch zahlreiche Auszeichnungen auf regionaler und bundesweiter Ebene gezeigt. Geschäftsführerin Marina Becker-Kückens: „Auch mit diesem innovativen Projekt sind wir im RUZ unserem Motto treu – Klimaschutz geht uns alle an: Global denken – lokal handeln.“

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