HOLLEN - „Kinder sind eher motiviert als Erwachsene“, so Anette Schneider, Leiterin der Kita Lummerland, welche wie neun andere Kitas der Gemeinde seit dem 1. April für zwei Jahre an einem Energiesparprojekt auf Prämienbasis teilnimmt.
„Seit 1997 führt das Umweltzentrum Hollen in Kooperation mit der Gemeinde dieses Projekt bereits in Schulen durch“, erklärte Marina Becker-Kückens vom Regionalen Umweltzentrum (RUZ), wo sich am Dienstagvormittag Kita-Leiterinnen und Karen Becker von der Gemeindeverwaltung trafen, um die Kooperationsvereinbarungen zu unterzeichnen.
„Über 400 000 Euro wurden seit 1997 bei dem Projekt in den Schulen eingespart“, berichtete Becker-Kückens. „Letztes Jahr hatten wir die Idee, schon bei den Jüngsten im Kindergarten anzufangen.“ Nun ist es endlich soweit: „Bis zum 31. März 2013 läuft die Förderung“, erklärte Karen Becker von der Gemeindeverwaltung, welche den Förderantrag beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gestellt hatte. „Kinder sollen auf spielerische Weise einen bewussteren Umgang mit der Energie lernen.“
„Die pädagogische Arbeit steht im Vordergrund. Die bisherigen Unterrichtseinheiten für die Schule können nicht eins zu eins auf die Kitas übertragen werden“, fügte RUZ-Mitarbeiter Martin Brinkmann hinzu. Darum würden nun Konzepte entwickelt.
Betont wurde von allen die Multiplikatoren-Wirkung: „Das Gelernte wird zu Hause weitergegeben: ,Wieso steht der Kühlschrank offen?‘, ,Wieso ist die Heizung auf Stufe vier?‘ – Eine neue Heizung zur Energieeinsparung einzubauen, ist einfach“, meinte Becker-Kückens, „aber sein Verhalten zu ändern, ist nicht so einfach.“ „Ich lerne selbst noch viel über Energie“, bestätigte Birgit Geerken, Leiterin der Kita Schatzinsel.
Die eingesparte Summe werde den Kitas zu 30 Prozent zur Verfügung gestellt, 35 seien für das RUZ zur Deckung des Eigenaufwandes, 35 für die Gemeinde für zusätzliche Energiesparmaßnahmen. Ziel sei, zehn Prozent der Energiekosten einzusparen, erklärte Becker; das sei ein Erfahrungswert aus den Schulen. 65 Prozent des 51 000 Euro teuren Projekts würden gefördert, der Rest komme von der Gemeinde. Im September werde die erste Erzieherinnen-Fortbildung stattfinden.
