Hoykenkamp/Bergedorf - So kann Klimaschutz in der Praxis aussehen – jedenfalls ein Aspekt des großen Themas, das derzeit in aller Munde ist. In der Hoykenkamper Kita Schatzinsel standen am Mittwochnachmittag Schubkarren, Spaten und Grabegabeln hoch im Kurs. Der alte Kräuter- und Gemüsegarten im Innenhof wurde einer Frischzellenkur unterzogen – allerdings nicht im Rahmen des Kindergartenalltags, sondern in einer eigens angesetzten Eltern-Aktion.

Die Hoykenkamper Einrichtung ist eine von sieben Kitas im Landkreis, die am Projekt „NaKita“ (Nachbarschaftszentrum Kita – Eltern machen Klimaschutz) des Bundesumweltministeriums teilnehmen. Bereits seit eineinhalb Jahren läuft es unter der Regie des Regionalen Umweltzentrums (RUZ) Hollen.

An sechs Abenden war RUZ-Projektleiterin Katja Wessolowski zusammen mit ihrer Kollegin Katharina Witte seit Oktober 2017 vor Ort, um zusammen mit den Eltern einen Plan zu entwickeln, mit welchen Maßnahmen in der Kita ein Beitrag zur CO 2 -Reduktion geleistet werden könnte, ohne die Mitarbeiter durch zusätzlichen Aufwand zu belasten.

Die Kernidee der Hoykenkamper: Wenn Obst, Gemüse und Kräuter nicht aufwendig konserviert, verpackt und über weite Strecken transportiert werden, sondern dort, wo geerntet wird, frisch verarbeitet, dann senkt das gleich an mehreren Stellen den Ausstoß des klimaschädigenden Gases. Und so ging es nun daran, den Kräutergarten zu entrümpeln, ein Hochbeet anzulegen und einen Komposter aufzustellen. Zudem begannen Eltern und Kinder damit, aus Paletten ein großes Insektenhotel zu errichten, das in einer der nächsten Gartenaktionen befüllt werden soll.

Auch die Grundlage für die Ernte von Gurken, Kohlrabi, Zwiebeln, Möhren, Kartoffeln, Zuckerschoten, Radieschen und anderen Gemüsesorten wurde bereits gelegt: In Eierpappen ziehen die Kinder Setzlinge vor, die später ins Freiland umgesetzt werden. Die vier Viertel des Hochbeets sollen in einer jährlich wechselnden Fruchtfolge bepflanzt werden.

Auch in der Kinderburg Bergedorf sind die von den Eltern an vier Abenden zusammen mit den RUZ-Mitarbeitern erarbeiteten Ideen am Donnerstag in die Tat umgesetzt worden: Dort wurden die 500 Euro, die jede „NaKita“-Einrichtung erhält, in ein Hochbeet, einen kleinen Naschgarten mit Beerensträuchern und einen Apfelbaum investiert. Die Gartenaktion kombinierten die Bergedorfer mit einem Frühlingsfest.

Auch in der Kinderburg übernahmen es die Kinder, Stecklinge vorzuziehen: Sie bastelten Pflanztöpfchen, die sie mit Saatgut befüllten. Verwendung finden sollen die künftigen Ernteerträge beim Kochtag und beim „Gesunden Frühstück“. Beides findet in der Kinderburg monatlich statt. Auf einem Plakat haben die Kinder festgehalten, welche Obst- und Gemüsesorten zu welcher Jahreszeit Saison haben – also nicht importiert werden müssen.

Große Anerkennung zollte Projektleiterin Katja Wessolowski den engagierten Eltern der Schatzinsel und der Kinderburg: „Es ist keineswegs selbstverständlich, dass sich Eltern in ihrer Freizeit für so eine Sache einsetzen!“, betonte sie.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee