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Hoykenkamper Kita Wird 25 Jahre Alt „Schatzinsel“ immer wieder in der Vorreiterrolle

Hoykenkamp - Der Satz „Das war bei uns schon von Anfang an so“ fällt oft, als Birgit Geerken auf die ersten 25 Jahre der Hoykenkamper Kindertagesstätte „Schatzinsel“ zurückblickt. In vielerlei Hinsicht war die Einrichtung ihrer Zeit voraus. Das wird deutlich, wenn die Kita-Leiterin, die seinerzeit schon in gleicher Funktion in die Planung des Neubaus neben der ehemaligen Hoykenkamper Schule involviert war, Aktivitäten und Konzepte der 90er-Jahre mit denen der Gegenwart vergleicht.

Umweltschutz im Blick

Heute liegt manches von dem, was in der „Schatzinsel“ schon von Anfang an praktiziert wurde, im Trend: Getrunken wurden zum Beispiel schon immer ungesüßter Tee und Leitungswasser. Auch der Umweltschutzgedanke habe immer schon eine wichtige Rolle gespielt, berichtet Birgit Geerken. So wurde und wird beispielsweise mit so genanntem „kostenfreien Material“, konkret: Verpackungsabfall, gebastelt.

Auch Kaninchen hoppeln seit jeher durch ein Freigehege. Und die Kinder spielen täglich und bei jedem Wetter im Freien. Schon seit vielen Jahren verfügt die „Schatzinsel“ auch über einen Kräuter- und Gemüsegarten, in dem die Kinder ernten dürfen. Gerade wurde er im Rahmen des Klimaschutzprojekts „Nakita“ von Eltern einer Frischzellenkur unterzogen.

Als in der Hoykenkamper Kita bereits die ersten vier Kinder mit –  teils sehr schweren – Einschränkungen betreut wurden, steckte die Integration von Menschen mit Behinderungen noch in den Kinderschuhen. „1994 sind bei uns und am Habbrügger Weg zeitgleich die ersten Inklusionsgruppen im Gemeindegebiet gestartet“, berichtet Birgit Geerken. Sie hat selbst ein Studium der Behindertenpädagogik absolviert und in der „Schatzinsel“ von Anfang an nicht nur mit Erzieherinnen und Sozialassistenten, sondern immer auch mit heilpädagogische Kräften gearbeitet. Bereits im zweiten Jahr der Kita wurde eine zweite Integrationsgruppe eröffnet.

Vorreiter war die Einrichtung auch in puncto Krippenbetreuung: Aus einer Kindergartengruppe mit 25 Kindern wurde 2005 eine altersübergreifende Gruppe mit 20 Kindern, von denen fünf unter drei Jahre alt waren. So junge Kinder waren bis dato ausschließlich in der Ganderkeseer Kinderkrippe „Sonnenblume“ betreut worden.

Längere Betreuungszeit

Heute existieren in der „Schatzinsel“ zwei Krippengruppen neben zwei Regel-Kitagruppen, einer Ganztagsgruppe und einer Integrationsgruppe. Insgesamt stehen 123 Plätze zur Verfügung. Die tägliche Betreuungszeit ist über die Jahre immer länger geworden – angepasst an den Bedarf, der sich vor allem durch die Berufstätigkeit der Eltern ergibt. „Heute isst fast jedes Kind bei uns Mittag“, so Birgit Geerken, „das war vor 25 Jahren noch anders.“

Was sich aber von 1994 bis heute durchzieht, ist das offene Konzept der Kita, das anfangs von einzelnen Eltern durchaus kritisch gesehen wurde, seither aber etabliert ist: Für alle Kinder gibt es regelmäßig Freispielzeiten, in denen sie andere Gruppen besuchen, Kontakte knüpfen und neue Erfahrungen machen können. Jeder Gruppenraum ist anders ausgestattet – dem jeweiligen Schwerpunkt entsprechend: Kreativität, Konstruktion, Wahrnehmung und Rollenspiel. „Die Kinder profitieren so auch von den unterschiedlichen Fähigkeiten der Mitarbeiter“, nennt Birgit Geerken einen weiteren Vorteil des Konzepts.

Die Voraussetzung dafür, dass dieses durchlässige System funktioniert, seien allerdings feste Tagesstrukturen, ist die Kita-Leiterin überzeugt. Dazu gehörten neben zeitlichen Vorgaben auch Rituale wie das gemeinsame Zähneputzen. Seit vielen Jahren nimmt die „Schatzinsel am Zahnpflegeprogramm „Kita mit Biss“ des Kreisgesundheitsamts teil.

Spielzeugfreie Zeiten

Projektarbeit habe allgemein einen hohen Stellenwert in der Einrichtung, wie Birgit Geerken betont: Dazu gehören auch die enge Kooperation mit der Grundschule Heide im Projekt „Brückenjahr“ oder die spielzeugfreie Zeit, bei der in jedem Frühjahr für drei Monate die Spielsachen aus den Gruppenräumen entfernt werden, um die Kreativität der Kinder zu fördern. „Wir bekommen von den Eltern eine super Resonanz“, sagt Birgit Geerken.

Überhaupt sei die Elternarbeit, die heute „Erziehungspartnerschaft“ heißt, immer ein Grundstock der pädagogischen Arbeit in der Kita gewesen. Birgit Geerken freut sich, dass sich viele Eltern und auch Großeltern engagieren – auch im Kita-Förderverein.

Feier an diesem Freitag

An diesem Freitag wird das 25-Jährige Bestehen der „Schatzinsel“ (Fockestraße 37) von 14.30 bis 17.30 Uhr mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Eröffnet wird er von Bürgermeisterin Alice Gerken. In den Gruppenräumen finden Aktionen statt und das Spielmobil „Spielefant“ macht an der Kita Station. Der Förderverein veranstaltet eine Glücksrad-Tombola, Eltern und Mitarbeiter bieten eine Cafeteria mit Getränken und Kuchen an.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee
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