Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

ABSCHIED Ära der „kleinen, starken“ Frau endet

STEPHAN ONNEN

HUDE - Eine Premiere erlebte Regierungsschuldirektor Klaus Kapell am Dienstagnachmittag in der Mensa der Huder Peter-Ustinov-Schule: „Vier Kollegen gleichzeitig in den Ruhestand zu verabschieden, ist für mich das erste Mal.“ Dennoch mutierte die Abschiedsfeier nicht zu einem Redemarathon, sondern geriet zu einer kurzweiligen Veranstaltung „ohne viel Blabla“, wie Rektorin Gertrud Köbsch als eine der Hauptpersonen des Tages im Nachhinein erleichtert feststellte.

Dafür sorgten Dia-Shows, die auf humorvolle und hintersinnige Art die scheidende Schulleiterin und ihren ebenfalls in den Ruhestand wechselnden Konrektor Erhart Zaun treffend charakterisierten. Lehrerin (und Frankreich-Liebhaberin) Lis Nowak sowie Schulsekretärin Hermine Glinkowski bekamen durch einen Lehrerinnen-Chor singend bestätigt, dass man sie künftig an der Schule sehr vermissen wird. Für die musikalische Unterhaltung der Gäste sorgten mit Marlene Eichler eine ehemalige Schülerin, die Klasse 9Ra und Musiklehrer Günter Grosser.

Klar, Reden wurden auch gehalten. Von Bürgermeister Axel Jahnz etwa, der Gertrud Köbsch als „Rose unseres Schulwesens“ bezeichnete. Er schenkte ihr ein Plakat der „Celtic Days“ mit einer persönlichen Note von Ole West, der Köbsch darin als „Leuchtturm“ verewigt hat. Regierungsschuldirektor Klaus Kapell bescheinigte der Rektorin, stets mit dem Herzen gearbeitet zu haben. Sie habe übertriebene Bürokratie verabscheut, sich immer dem Einzelnen zugewandt und Vorgaben der Wirklichkeit angepasst. Köbsch lobte ihrerseits Konrektor Erhart Zaun: Wegen seiner „humorvollen Strenge“ sei er von den Schülern gemocht worden.

Welche Wertschätzung beide, Köbsch und Zaun, an der Peter-Ustinov-Schule genossen, brachten am eindrucksvollsten zwei Schülerinnen zum Ausdruck: Schülersprecherin Henrieke Kurth sprach von der „liebenswerten, kleinen, starken Frau Köbsch“, und Jedzia Bünger aus der Klasse 5Hb sang gemeinsam mit Personalrat Armin Kirsch nicht nur ein Lied zu Ehren von Erhart Zaun, sondern bezeichnete ihn ehrlichen Herzens als „unseren allerliebsten Lehrer“.

Der Abschied des Duos läutet gleichzeitig einen Generationswechsel an der Spitze der Schulzentrums ein: Als neuer Rektor fungiert Nico Rettcher (34), zweite Konrektorin neben dem bewährten Johann Tönjes wird Katja Voß (32).

Drei verdiente Lehrkräfte und die gute Seele gehen

Tag der Verabschiedungen

an der Peter-Ustinov-Schule. Vier tragende Säulen des Schullebens wechseln zeitgleich in den Ruhestand:

Gertrud Köbsch

blickt auf 45 Jahre im Schuldienst zurück – davon war sie 34 Jahre lang als Schulleiterin tätig. Bis zur Auflösung der Orientierungsstufe im Jahre 2004 hatte sie die OS in der Schule Hohelucht geleitet, die dann zur Außenstelle der Haupt- und Realschule wurde. 2005 wurde sie zur Rektorin des Schulzentrums am Huder Bach ernannt.

Erhart Zaun

kommt auf fast 41 Jahre im Schuldienst. Während seiner acht Jahre an der Huder Haupt- und Realschule hat er die Schule vor Gertrud Köbsch in einer Phase des Umbruchs als kommissarischer Schulleiter geführt. Der Konrektor nimmt das Altersteilzeitmodell in Anspruch.

Lis Nowak

ist seit vier Jahrzehnten Lehrerin. In Hude begann sie 1973 an der OS, hat Aufgaben der Schulleitung wahrgenommen und hat Schüler und Lehrer gleichermaßen fürs Theaterspiel begeistert.

Hermine Glinkowski

ist seit dem 10. März 1980 als Schulsekretärin beschäftigt gewesen. In all’ den Jahren galt sie als gute Seele der Schule an der Hohelucht. Am 1. Juli begann ihre Altersteilzeit-Freistellungsphase.
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham
Wo ist der Obdachlose hin? Kurz vor der Einmündung des Heidkamper Wegs in die Metjendorfer Straße in Neusüdende hatte sich der Mann mehrere Monate aufgehalten.

MANN WIRD MEDIZINISCH BETREUT Polizei und Landkreis räumen Obdachlosen-Schlafplatz in Neusüdende

Frank Jacob
Neusüdende
Analyse
Am Sonntag, 26. Juni,  war in Thüringen über Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister sowie über Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte abgestimmt worden. Nun stehen Stichwahlen vor der Tür.

STICHWAHLEN IN THÜRINGENS KOMMUNEN IM JUNI „AfD neben der CDU sozusagen die Volkspartei“

Mey Dudin Büro Berlin
Nach einer Fahrt unter Cannabiseinfluss ist der Führerschein weg. Durch das Cannabisgesetz ändern sich aber nicht nur die Blutwerte, ab denen die Fahrerlaubnis entzogen wird, sondern auch, wie man sie zurückbekommt. Der Fachdienst Straßenverkehr des Landkreises Wesermarsch erklärt, warum Kiffer nicht mehr zur MPU müssen (Symbolbild).

FÜHRERSCHEINENTZUG NACH CANNABISKONSUM Kiffer müssen nicht mehr zwingend einen „Idiotentest“ ablegen

Tim Rosenau
Brake