HUDE - „Mein Name ist Jan und ich bin 15 Jahre alt. Mein Hobby ist Fußball und später würde ich gerne etwas im landwirtschaftlichen Bereich machen. Ein Praktikum habe ich dort schon absolviert,“ stellt sich Achtklässler Jan vor. „Wie war das für dich?“ fragt Sozialpädagogin Insa Coordes. Jans Antwort: „Ich wusste nicht genau, was ich sagen sollte.“

Die Vorstellung war Teil des Aktionstages „Nimm deine Zukunft in die Hände“, der am Dienstag in den achten Hauptschulklassen der Peter-Ustinov-Schule stattfand. Hintergrund der Veranstaltung war eine Zusammenkunft von Schulsozialpädagogen des Landkreises Oldenburg und der Handwerkskammer Oldenburg im Jahre 2009, bei dem Erfahrungen ausgetauscht wurden. Die Beteiligten waren sich darüber einig, dass die Schüler Hilfe beim Übergang von der Schule in den Beruf brauchten. So wurde die Idee entwickelt, im Rahmen eines Aktionstages in drei aufeinander abgestimmten Modulen verschiedene Situationen zu simulieren.

Im Modul „Business-Knigge und Rhetorik“ lernten die Huder Achtklässler am Dienstag alles über die richtige Vorstellung. Fragen wie „Warum stelle ich mich vor?“ oder „Was muss der Arbeitgeber wissen, damit ich interessant für ihn bin?“ wurden mit Hilfe von Sozialpädagogin Angelika Grönheim (Handwerkskammer Odenburg) beantwortet.

Das zweite Modul, „Beru-feuniversum erkunden“, fand im Computerraum der Peter-Ustinov-Schule statt. Christian Drittler (HS Wildeshausen) und Tanja Reiher (Haupt- und Realschule Hatten) zeigten den Schülern, wie sie herausfinden können, welcher Beruf für sie geeignet ist. Dazu klickten die Achtklässler auf eine Internetseite des Arbeitsamtes Oldenburg (www.planet-beruf.de), auf der sie ihre Stärken und Interessen feststellen konnten und anhand deren sowie durch die Eingabe von Alter, Klasse, Geschlecht, Schule und angestrebten Abschluss, einen geeigneten Beruf finden konnten.

Beim dritten Modul, „Kooperation und Teamfähigkeit“, ging es etwas sportlicher zu. Barbara Christidis (Graf-von-Zeppelin-Schule Ahlhorn) und Julia Tscheslog (Everkampschule) schulten die Jugendlichen in Teamfähigkeit – unter anderem anhand eines Ballspieles. Jedes Mal, wenn ein Schüler den Ball zu einem anderen warf, musste er zuvor dessen Namen sagen und Blickkontakt suchen. Eine weitere Aufgabe bestand darin, zu Viert einen Billard-Queue auf dem Boden abzulegen. Und das, ohne dass jemand den Kontakt zum Queue verlor.

Schulleiter Nico Rettcher zur Aktion: „Das ist eine hervorragende Gelegenheit, sich besser zu vernetzen. Die Schüler profitieren genauso davon wie die Kollegen.“ Auch sei es von großer Bedeutung, den Schülern klarzumachen, wie wichtig es ist, sich richtig auf das Berufsleben vorzubereiten. Dazu gehöre auch ein guter Abschluss.

So haben zum Beispiel in der Klasse 10H in diesem Schuljahr lediglich fünf Schüler den Realschulabschluss bekommen. 75 Prozent hätten ein Jahr in der Klasse gesessen und das Ziel nicht erreicht, so Rettcher.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland