HUDE - Gewalt, Beleidigungen und Bedrohungen sind immer wiederkehrende Phänomene im Schulalltag. Um Schülern Lösungswege aufzuzeigen, diese Probleme zu vermeiden, hat das Präventionsteam der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land am Mittwoch ein Projekt zum Thema Gewaltprävention an der Förderschule Hude durchgeführt.
Übungen an drei Stationen
88 Schüler von sechs bis 18 Jahren nahmen an den Übungen der Polizei teil. „Die Idee zur Zusammenarbeit entstand, als das Kultusministerium im März dieses Jahres eine Anfrage zum Thema Zivilcourage gestellt hatte“, sagte Christina Kempf, Lehrerin an der Förderschule. „Die Gewalt an unserer Schule beschränkt sich auf Beleidigungen oder leichtes Schubsen. Körperliche Gewalt gibt es unter den Schülern nicht.“
An insgesamt drei Stationen wurden den Schülern Lösungen zu den unterschiedlichsten Konflikten aufgezeigt. Dabei ging es vor allem um die Definition von Gewalt und einen sinnvollen Umgang mit Aggressionen.
Um den Schülern dies so anschaulich wie möglich zu demonstrieren, kamen die Puppen Paula, Timmi und Charlotta der Präventionsbühne der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land zum Einsatz.
„Für uns ist der Einsatz an einer Förderschule Neuland“, so Sebastian Nitsch vom Präventionsteam der Polizeiinspektion. „Daher haben wir uns mit den Kollegen von der Puppenbühne zusammengesetzt, um einen pädagogischen Ansatz zu finden. Daher der Einsatz der Puppen.“ Dadurch sollten die Präventionsinhalte interessant und aufgelockert vermittelt werden.
An der ersten Station ging es um Gefühle. Es wurden Übungen durchgespielt, um die Gefühle anderer Personen leichter zu respektieren. Ein Mitarbeiter der Polizei führte in diesem Zusammenhang einen „Wut-Dialog“ mit einer Puppe. So sollte gezeigt werden, wie man mit Wut umgehen kann und wie man sie wieder runterfährt. „Das waren Beispiele, die nicht nur für die Zeit in der Schule nützlich sind, sondern auch für den Alltag zu gebrauchen sind“, so Kempf.
An der zweiten Station wurde das Thema Gewalt beleuchtet. Es wurde konkret gefragt, was Gewalt wirklich ist. Dafür wurden Bilder mit unterschiedlichen Situationen gezeigt. „Es ist wichtig, dass die Kinder unterscheiden können, was Spaß ist und wo der Spaß aufhört“, so Polizistin Linda Bannach.
Vertrauensgefühl wecken
An der letzten Station ging es um das Thema Vertrauen. Unter anderem wurde dort das „Blindenspiel“ durchgeführt. Mit verbundenen Augen wurden Schüler durch das Gebäude geleitet. „Dadurch soll das Vertrauensgefühl unter den Schülern gestärkt werden“, sagte Bannach. In einer weiteren Übung wurde gezeigt, was eine Gruppe machen kann, wenn eine einzelne Person gestört oder belästigt wird.
„Der Präventionstag war rundum gelungen“, so Christina Kempf. „Bei dem einen Tag soll es aber nicht bleiben. Wir werden unter anderem noch die Ausstellung Echt Fair im Kulturhof besuchen und uns auch in Zukunft mit dem Thema Gewaltprävention beschäftigen.“
