HUDE - Dass es eine Gesamtschule in Hude geben soll, darüber sind sich die Mitglieder des Ausschusses für Schule und Bildung der Gemeinde Hude einig. Unklar erscheint nur, welche Schulform – Integrierte (IGS) oder Kooperative Gesamtschule (KGS) – es letztlich sein soll. Um diese Entscheidung zu vereinfachen, wurden zu der Ausschusssitzung am Montagabend zwei Experten eingeladen: Diedrich Smidt, Leiter der Helene-Lange-Schule, einer von zwei IGS in Oldenburg, und Dr. Arnold Bettien, didaktischer Leiter der KGS in Rastede, informierten die Anwesenden in öffentlicher Runde über die Besonderheiten ihrer Einrichtungen. Wichtig waren für die Ausschussmitglieder die Motive einer solchen Schule, um Eltern und Politiker von einer Gesamtschule in der Gemeinde überzeugen zu können.
Smidt hob die individuelle Schwerpunktsetzung und den gemeinsamen Unterricht im Klassenverband ab Klasse fünf hervor. Das bedeutet, dass Schüler unterschiedlicher Schulzweige – Haupt- und Realschule sowie Gymnasium – zusammen lernen. So gibt es in einer Klasse so genannte Arbeitstische, an denen Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Leistungsvoraussetzungen gemeinsam lernen. „Im Idealfall hilft der Stärkere dem Schwächeren“, so Diedrich Smidt.
Die Kooperative Gesamtschule behält den Kern der unterschiedlichen Schulformen bei: Etwa sechs bis zehn der Unterrichtsstunden sind Schulform übergreifend. Beide Schulen bieten einen Ganztagsbereich an, der bei der IGS teilweise Pflicht und bei der KGS offen ist.
Laut Smidt sei die Nachfrage nach einer IGS in Oldenburg sehr hoch. 120 Plätze gäbe es pro Jahrgang an der Helen-Lange-Schule, 308 Bewerbungen habe es im vergangenen Jahr gegeben. Das Los musst entscheiden. Eine dritte IGS sei in Oldenburg bereits im Gespräch, so Smidt weiter (die NWZ berichtete).
Die Ausschussmitglieder zeigten sich interessiert und waren dankbar für die ausführlichen Vorträge der Gäste. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Horst Siemers (CDU), setzte sich für eine KGS in Hude und gegen eine IGS in Verbindung mit Ganderkesee ein. „Die Gefahr eines Losverfahrens ist zu groß. Alle Huder Schülerinnen und Schüler sollen untergebracht werden“, sagte Siemers. Bürgermeister Axel Jahnz wies in darauf hin, dass diese Sitzung ausschließlich der Information diene und keine Entscheidung getroffen werden müsse.
Jahnz betonte während der anschließenden Diskussion, dass Landrat Frank Eger ihm gegenüber in einem Gespräch gesagt habe, dass es höchstens eine Gesamtschule in der Region Ganderkesee-Hude geben werde. „Im schlimmsten Fall bekommen wir überhaupt keine“, so der Bürgermeister. In Ganderkesee setzt sich die dortige SPD für eine Gesamtschule ein.
