HUDE - Die Kinder lasen Geschichten von Wilhelm Busch vor. Außerdem sangen sie vor den Bewohnern des Seniorenzentrums verschiedene Lieder im Chor.
VOn Wolfgang Grave
HUDE - Die Kinder der Klasse 3b der Grundschule an der Jägerstraße drängeln sich im Foyer des DRK-Seniorenzentrums am Sonnentau in Hude. Sie haben gleich einen Auftritt, wissen aber anscheinend noch nicht, wo sie singen, tanzen und lesen werden. Bis ihnen Lehrerin Renate Rüstmann den Weg weist. Ab geht’s im Entenmarsch in einen Aufenthaltsraum, nach einem kurzen Hin- und Her haben sie den passenden Platz gefunden und los geht es mit dem ersten Lied: „Ich liebe den Frühling“.Nachdem die Töne des ersten Liedes verklungen sind, begrüßt Heimleiter Gunter Buck die Jungen und Mädchen und weist sie daraufhin, dass „wenn man älter als 80 Jahre ist, der eine oder andere doch Hörprobleme hat“ und mahnt die Kinder deshalb im Folgenden laut und deutlich vorzutragen.
Doch das hätte er ihnen wohl gar nicht sagen zu brauchen. Jedes einzelne Kind ist bemüht, seine Geschichte für alle gut hörbar zu erzählen. Mit viel „Mietz und Gemaunz“ erzählt Leoni Woyke zum Beispiel die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten, während Alexander Liedtke zur Freude vieler den fünften Streich von Max und Moritz zum Besten gibt, in dem Onkel Fritze verzweifelt gegen lästige Käfer kämpft. Für einiges Schmunzeln sorgt auch die Geschichte vom kleinen Maulwurf, der denjenigen sucht, „der ihm auf den Kopf gemacht hat“.
Die Schüler der 3b wechselten sich immer ab. Mal las ein Kind eine Geschichte vor, mal sang die gesamte Klasse im Chor. Dazu gehörten zum Beispiel Lieder wie „Auf der Mauer auf der Lauer“ oder „Das Lied vom anders sein“. Und es gab sogar ein Lied auf Englisch zu hören. Begleitet wurden die Kinder dabei an der Gitarre von Lehrerin Susanne Haufe.
Doch die Kinder waren nicht zum ersten Mal im Seniorenzentrum. Viele Gesichter waren ihnen bekannt, erläuterte Renate Rüstmann. Ende April gab es an der Schule eine Projektwoche, in deren Zuge die Kinder zum ersten Mal Kontakt mit den Bewohnern des Seniorenzentrums knüpften. Dabei kristallisierte sich heraus, dass viele Kinder, sich dafür interessierten, was die alten Menschen selbst in ihrer Kindheit gelesen haben und wie sie überhaupt gelebt haben. Also entschloss sich die Klasse, Interviews mit den Bewohnern zu führen. Die Gespräche machten den Kindern viel Spaß: „Teilweise ist es aus ihnen im Unterricht nur so herausgesprudelt“, sagte Renate Rüstmann schmunzelnd. Denn die Kinder erfuhren einige Dinge, die sie doch erstaunten: So lernten Sven Rodiek, Steffen Jungmann, Baris Sarikaya und Philipp Brumund von der 95-jährigen Frau de Bruyn, dass es zu ihrer Schulzeit noch Schläge mit dem Rohrstock gab, das einzige Auto im Dorf der Doktor besaß und die meisten Kinder nur wenig Spielzeug
besaßen. All ihre Erkenntnisse sammelten die Kinder in einem kleinen Heft. Dieses übergaben sie gestern ihren jeweiligen Interviewpartnern, zu denen sie zum Teil „ein ganz herzliches Verhältnis aufgebaut“ haben, wie Rüstmann anmerkte.
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SCHULE
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NWZ/LANDKREIS/HUDE 2
