Hude - Er liest vor, spielt Gesellschaftsspiele, unterhält sich über vergangene Zeiten, fährt seine Patienten zum Einkaufen, zum Arzt und trifft sich auch mal mit ihnen auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen. Der 18-jährige Daniel Lorenz aus Berne absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Diakonie-Sozialstation Hude.
Seinen Dienst hat der junge Mann allerdings bald schon beendet. Dann beginnt er eine Ausbildung. Deshalb sucht die Diakonie jetzt wieder einen jungen Menschen, der Daniels Stelle zum 1. August übernimmt. Doch worin bestehen eigentlich die Aufgaben eines FSJler bei der Sozialstation?
13 Patienten, meist Senioren, begleitet der Berner in Hude, bei Allem, was so anfällt. „Ich versuche ihnen ihre Wünsche zu erfüllen und Unterstützung zu leisten“, sagt er. Meist handle es sich bei den Patienten um einsame Menschen, die sonst niemanden haben, wie Pflegedienstleiterin Elisabeth Loch sagt. Manchmal bräuchten pflegende Angehörige auch mal eine Auszeit, wollen für eine kurze Zeit raus aus dem Alltag. Und in dieser Zeit schaut Daniel nach dem Rechten. Neben Arztbesuchen, zu denen der junge Mann seine Patienten fährt, und Wocheneinkaufen, stehen für Daniel auch andere Dinge auf dem Programm.
„Manche Patienten sind sehr alt und hatten ein bewegtes Leben. Es ist sehr interessant Geschichten aus ihrem Leben zu hören und gemeinsam zu lachen“, sagt er. Eine Seniorin habe er besonders in sein Herz geschlossen. „Das ist eine so lebensfrohe Frau. Trotz Krankheit ist sie immer zufrieden“, sagt Daniel. Für jeden seiner Patienten habe er feste Tage und Stunden. Bei der Sozialstation arbeitet er 38,5 Stunden die Woche. Trotzdem bleibt am Wochenende Zeit für seine Leidenschaft. „Ich engagiere mich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr und bei den Johannitern in Berne.“
Damit ist die Frage des „Warum ein FSJ?“ auch schon beantwortet: „Der Umgang mit Menschen macht mir sehr viel Spaß. Darüber hinaus habe ich hier auch mal die Gelegenheit den Pflegern über die Schulter zu schauen und Büroarbeiten zu lernen“, weiß der 18-Jährige. Während seiner Zeit bei der Diakonie in Hude hat Daniel schon viel gelernt. „Für’s Leben sozusagen. Sowas bringen die Lehrer einem in der Schule nicht bei.“ Nicht nur den Umgang mit Menschen und die Bewältigung von Bürokratie, sondern auch Geduld, Einfühlungsvermögen und Ausdauer wird der junge Mann mit auf den Weg nehmen.
Deshalb ist er vom Konzept FSJ überzeugt. „Diese Chance hat man nur einmal im Leben. Es ist es die Möglichkeit, zwischen Studium oder Ausbildung mal so richtig zu arbeiten“, sagt er. Bald wird Daniel Lorenz sein Freiwilliges Soziales Jahr beendet haben. Elisabeth Loch sucht einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. „Die Voraussetzungen sind einfach. Wer Interesse hat, muss mindestens 18 Jahre alt sein und einen Führerschein haben“, sagt sie.
Bewerbungen nimmt sie entweder persönlich in der Sozialstation an der Parkstraße 52, telefonisch unter
