HUDE - „Ich bin ziemlich tief ins Wasser geworfen worden“, zieht Carsten Harings sein Fazit gleich zu Anfang des Gesprächs. 100 Tage ist er als Erster Kreisrat im Landkreis Oldenburg im Amt, vom ersten Tag an musste er gleich den Landrat vertreten. Zu Gast im Huder Rathaus hat Harings am Mittwoch mit Bürgermeister Axel Jahnz über seine Erfahrungen und die Entwicklungen in der Gemeinde Hude gesprochen.
Der Landkreis sei „gut aufgestellt“, sagte Harings. Dazu gehöre zum Beispiel die wirtschaftliche Stärke des Kreises und die geringe Arbeitslosenquote. Auf diesen Grundlagen müsse man laut Harings nun aufbauen, um gemeinsam Ziele zu erreichen. Wichtig sei vor allem eines: „Wir müssen viel und offen miteinander reden.“
Gegen Zusammenschluss
Dabei könne man nicht immer einer Meinung sein. Das wurde auch im Gespräch mit Bürgermeister Jahnz deutlich. So vertritt Jahnz zum Beispiel nicht die Meinung, dass Wildeshausen ein Amtsgericht benötige. „Die Ganderkeseer gehen nach Delmenhorst, die Huder nach Oldenburg“, sagte Jahnz.
Diskutiert wurde auch die Frage nach einem Zusammenschluss des Landkreises Oldenburg mit Delmenhorst. Der Landkreis solle seine wirtschaftliche Kraft einbringen, um Delmenhorst zu unterstützen. „Das kann nicht der Weg sein“, sagte Carsten Harings über die Fusion. Es müsse eine „sinnhafte Kooperation“ geben.
Zu schaffen macht der Gemeinde Hude und dem Landkreis außerdem nach wie vor die Schullandschaft, besonders im Hinblick auf den demografischen Wandel und die Probleme für die Schulen, die diese Entwicklung nach sich zieht.
Gesprochen werden müsse über die zukünftige Ausrichtung der Schulen, sagte Harings. Weiterhin geht es um die Diskussion über eine Gesamtschule in Hude, entweder in Form einer Integrativen oder Kooperativen Gesamtschule. Im Gespräch für eine solche Schule ist außerdem Bookholzberg.
Frage nach Gesamtschule
„Wir möchten eine Gesamtschule haben“, machte Bürgermeister Jahnz deutlich. „Wir müssen uns dem Veränderungsprozess unterwerfen“, sagte er mit Blick auf den Rückgang an Schülern. Carsten Harings rechnet allerdings damit, dass der Schulausschuss eher Harpstedt favorisieren werde.
Ebenfalls in den Sternen steht noch die Entwicklung des umstrittenen Tunnel-Neubaus an der K226, wurde im Gespräch deutlich. Das millionenteure Projekt sorgt noch immer für Unmut. Eine endgültige Entwicklung hat sich auch hier noch nicht abgezeichnet.
