Hude - Unterricht zum Anfassen gibt es derzeit an der Grundschule Hude-Süd. Dort gackern und picken seit einer Woche fünf Legehennen in einem kleinen Gehege mit mobilem Stall auf dem Schulhof. Die Tiere gehören zum Projekt „Miete ein Huhn“, welches von Ralf-Wigand Usbeck aus Achim angeboten wird. Es ermöglicht Schulen, Kindergärten, Seniorenheimen aber auch privaten Personen, für einige Wochen Hühner zu sich zu holen.
Drei Wochen Pflege
An der Grundschule in Hude werden die Tiere insgesamt drei Wochen bleiben und in dieser Zeit von den Schülern umsorgt. Ziel des Projektes sei es, dass die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen und zu sehen, was es bedeute, zum Beispiel ein Haustier zu haben, erklärt Tanja Raveling, Klassenlehrerin an der Grundschule und Organisatorin der Aktion.
Zu den Aufgaben der Kinder gehöre es unter anderem, die Hühner zu füttern und deren Stall zu säubern. So hätten die Grundschüler zunächst den Ekel überwinden müssen, bevor sie das erste Mal den Stall gereinigt hätten, erzählt Raveling. Für ihre Arbeit bekämen die Schüler aber etwas zurück, nämlich die täglich gelegten Eier, die sie dann zu Kuchen oder Spiegeleiern verarbeiten könnten.
„Es ist schön zu sehen, wie die Kinder mit den Hühnern umgehen“, freut sich die Klassenlehrerin. Für einige sei es zudem der erste Kontakt mit Hühnern. „Die sind ja total weich“, habe sie häufig gehört, als die Kinder zum ersten Mal ein Huhn in der Hand hielten.
Ein weiterer Vorteil dieser tiergestützten Pädagogik sei es, dass die Kinder sich in einer ganz anderen Situation erleben würden. Die Hühner seien ruhige Tiere, und so müssten auch die Schüler im Umgang mit diesen ruhig sein. Das sei ein anderes Erlebnis als im Unterricht oder in den Pausen, wo es doch hektischer zuginge.
Keine Berührungsängste
Die Kinder jedenfalls haben keine Berührungsängste mit den Tieren. Ohne zu zögern gehen sie in das Gehege und strecken den Legehennen ihre Hand mit dem Futtern entgegen, dass diese genüsslich aufpicken. Denn auch die Hühner haben keine Scheu mehr vor den jungen Gästen in ihrem Gehege. „Sie gehen gerne zu den Kindern, weil sie wissen, es gibt Futter“, sagt Raveling.
In der einen Woche, die die Hühner an der Schule sind, konnten die Kinder bereits viel mit den Tieren arbeiten. So wechseln sich die Klassen täglich mit der Pflege ab.
Als „Belohnung“ dürfen die jeweiligen Klassen die Eier, die die Hühner an dem Tag gelegt haben, behalten. Eine Klasse hätte aus diesen schon einen Kuchen gebacken, erzählt Raveling.
Den Schülern macht die Arbeit mit den Hühnern richtig Spaß, berichten sie. Besonders das Füttern würden sie toll finden, sagen Maryam und Tomke.
Raveling plant, die tiergestützte Pädagogik auch nach dem Hühnerprojekt weiter an der Grundschule verfolgen zu wollen.
Welche Tiere es dann seien, wüsste sie noch nicht, eventuell eine Schildkröte.
Gesponsert wurde das Projekt vom Förderverein der Grundschule Hude-Süd. Darüber hinaus helfen auch viele Eltern bei der Pflege der Hühner, zum Beispiel am Wochenende und nach Schulschluss, berichtet Petra Gieseking vom Förderverein.
