HUDE - „Jetzt das Feld von hinten aufzurollen, ist kein guter politischer Stil“ – mit diesen Worten reagiert Hudes CDU-Fraktionschef Horst Linnemann auf die Bemühungen von Bürgermeister Axel Jahnz, im Schulterschluss mit Ganderkesee die Weichen für einen Gesamtschulstandort in Hude oder Bookholzberg zu stellen.
Eine Sitzung des Huder Schulausschusses ist für Dienstag, 9. Juni, im Berufsförderungswerk in Bookholzberg terminiert. Zunächst tagen die Huder ab 18 Uhr alleine, dann ab 19.15 Uhr mit dem Ganderkeseer Schulausschuss gemeinsam.
CDU hält an KGS fest
Für die Huder CDU kommt nach wie vor nur eine Kooperative Gesamtschule (KGS) in Frage. Eine Integrierte Gesamtschule (IGS) in Hude oder Bookholzberg könne nur gegen die Stimmen der CDU errichtet werden, betont Linnemann.
Die Christdemokraten sehen in der Elternbefragung zur Einrichtung von Gesamtschulen ein „ganz klares Votum“ der Huder Eltern für eine KGS und gegen eine IGS. Von 360 abgegebenen Fragebögen haben sich die Huder Eltern nach Angaben von Linnemann zu 73 Prozent für eine KGS und nur zu 27 Prozent für eine IGS in Hude ausgesprochen. Aus den Nachbargemeinden, insbesondere aus Ganderkesee, haben sich 318 Eltern für den Standort Hude ausgesprochen, davon votieren 92 Prozent für eine IGS und 8 Prozent für eine KGS.
Leider reicht die Anzahl der Befürworter für eine KGS in Hude nicht aus, stellt Linnemann fest. Aus Sicht der CDU ist es bedauerlich, dass die politischen Gremien aus Ganderkesee und Hude nicht vor der Befragung „im kooperativen Miteinander zu zielorientierten Gesprächen zusammengefunden“ haben. „Wenn Herr Bürgermeister Jahnz jetzt nach dem klaren Ergebnis der Elternbefragung“, das weder eine IGS noch eine KGS in Hude hergebe, „nicht aufgeben will und mit Ganderkesee eine IGS herbeidiskutieren möchte, dann stellt er sich damit gegen den Willen der Huder Eltern“, meint der CDU-Fraktionsvorsitzende. Jahnz habe von Beginn an eine IGS gewollt und wolle diese auch jetzt noch „durch die Hintertür“ realisiert wissen, mutmaßt Linnemann.
Jahnz: „Völliger Quatsch“
Der Bürgermeister wies die Vorwürfe zurück: „Das ist völliger Quatsch. Herr Linnemann soll bitteschön aufhören, mir etwas zu unterstellen, das nicht der Wahrheit entspricht.“ Jahnz betonte, er dränge nicht auf eine IGS. Er habe aber auszuloten, wie es weitergehen kann. Linnemann müsse sich fragen lassen, ob er der verlängerte Arm einer missratenen Schulpolitik der Landesregierung sein wolle.
