HUDE - Die große Mehrheit der Huder Ratsmitglieder möchte Schülern aus der Klostergemeinde den Besuch einer (integrierten) Gesamtschule ermöglichen. Damit war der Vorrat an Gemeinsamkeiten in der Ratssitzung am Donnerstag aber schon aufgebraucht. Nachdem auch eine 15-minütige Sitzungsunterbrechung keine Annäherung gebracht hatte, setzte sich die SPD mit Unterstützung von Bürgermeister Axel Jahnz durch: Mit 15 Ja-Stimmen wurde beschlossen, dass die Gemeinde Hude „grundsätzlich“ die Einrichtung einer Gesamtschule am Standort Hude befürwortet. Auch LBfH und Rolf Schote (FDP) votierten für diesen Vorschlag. „Das ist eine Basis, um mit der Gemeinde Ganderkesee in Verhandlungen zu treten“, betonte SPD-Fraktionschef Heiko Aschenbeck.

Für den Alternativ-Antrag, den Landkreis Oldenburg aufzufordern, Bookholzberg als IGS-Standort zum Gegenstand einer Elternbefragung zu machen, gab’s nur elf Stimmen von CDU und Grünen – die übrigen 19 gestern anwesenden Ratsmitglieder waren dagegen. Grund ist die Sorge um den Fortbestand der Haupt- und Realschule in Hude. Ein leidenschaftliches Plädoyer für die Peter-Ustinov-Schule hielt Peter Zwiener (SPD). Sehr deutlich wurde sein Fraktionskollege Nico Rettcher, in Personalunion Rektor des Huder Schulzentrums: „Wer für eine IGS in Bookholzberg ist, der sorgt dafür, dass ein Hauptschüler aus Wüsting künftig nach Ganderkesee fahren muss, weil es dann keine 5. Hauptschulklasse mehr in Hude geben wird.“ Hude habe eine „gesunde Schullandschaft.“ Eine IGS in Bookholzberg würde alles „kaputt machen“, warnte Rettcher. „Lassen Sie die Finger davon“, appellierte auch Bürgermeister Jahnz.

Carsten Möhlenbrock (CDU) sah hingegen im IGS-Standort Bookholzberg „eine ideale Ergänzung“ und keine Gefährdung für Hude. „Bookholzberg ist machbar, wenn wir es denn ernst meinen mit einer IGS im Nordkreis“, fand Birte Wachtendorf (Grüne).

Oliver Gall (FDP) scheiterte mit einem Vertagungsantrag. Statt Entscheidungen „im Blindflug“ zu treffen, hätte er sich vom Landkreis konkrete Aussagen zu Konsequenzen für Schulstandorte gewünscht. Doch eine große Mehrheit im Rat wollte am Donnerstag „Farbe bekennen“. Gleichwohl soll von der Kreisverwaltung ein Schulkonzept eingefordert werden. Das war einstimmiger Beschluss – der einzige in der Gesamtschuldebatte.