HUDE - HUDE/SO - Das „Achtung“ -Straßenschild mit dem Ausrufezeichen steht seit vier Wochen in der Halle der Grundschule Jägerstraße: 68 Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen haben in dieser Zeit gelernt, was es heißt, achtsam miteinander umzugehen, sich zuzuhören und sich nicht mit Worten oder Fäusten zu verletzen. Die drei Klassen haben in jeweils 16 Unterrichtsstunden ein außergewöhnliches Unterrichtsfach gehabt: „Sozialtraining“.

Spielerisch und mit ganzem Körpereinsatz erfuhren die Mädchen und Jungen, wie gute Teamarbeit funktioniert, dass jeder auf andere achten muss, damit die Klasse gut zusammen arbeiten kann und dass auch Worte verletzen können. Sie haben gelernt, wie Streit in Gesprächen zu schlichten ist und dass Kinder in manchen Situationen das Recht haben, „Nein“ zu sagen. Der Respekt vor anderen Menschen kann durch Gesten und Worte ausgedrückt werden – das wurde in Spielen, Gesprächen und mit Arbeitsblättern geübt.

Zum Abschluss erhielt gestern jedes Kind eine „Achtungs!-Urkunde“ und einen Anstecker mit der Aufschrift „Achtung! – keine Gewalt“. Am letzten Projekttag malten die Schüler Werbeplakate mit pfiffigen Slogans wie „Laufen statt raufen“. Die Plakate sollen an einer Wand im Eingangsbereich aufgehängt werden. Konzipiert wurde das Projekt von der Huder Präventionsbeauftragten Birgit Lohmann-Liebezeit, die diese insgesamt 48 Unterrichtsstunden in den dritten Klassen gemeinsam mit dem Dipl.-Sportlehrer Thorsten Vogelsang gestaltet hat. Die Verbindung von Bewegungsübungen und Theorie ermöglichte den Kindern das Lernen mit allen Sinnen.

Von allen Lehrkräften der Schule und der Schulleiterin, Margareta Schledde, wird das Projekt begrüßt. „Wir wollen in kleinen Schritten eine Verhaltensänderung erreichen“, sagt Margareta Schledde. Die Klassenlehrerinnen Tina Zuckmantel, Christina Golder und Beate Jessel nahmen an allen Präventionsstunden teil und werden das Thema im Unterricht weiter aufgreifen und vertiefen. Die Eltern wurden bereits vor dem Start Anfang November mit den Inhalten vertraut gemacht und bekommen einen Abschlussbericht mit Tipps, wie sie auch zu Hause das Sozialverhalten der Kinder fördern können.

Ermöglicht wurde das Gewaltpräventionsprojekt durch die finanzielle Unterstützung des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Oldenburg (GUV), der Frauenbeauftragten und des Präventionsrates der Gemeinde Hude.