HUDE - In der zweiten Klasse fängt es an. Der Sohn von Hans-Jürgen Sparke hat Kopfschmerzen in der Schule, er wird unaufmerksamer, seine Noten verschlechtern sich. Immer wieder klagt er über die schlechte Luft in seinem neuen Klassenraum in der GS Jägerstraße. Sein Vater will der Sache auf die Spur gehen.
Inzwischen besucht der 13-Jährige die Peter-Ustinov-Schule. „In einigen Räumen der Außenstelle Hohelucht fällt ihm die Konzentration schwer. Dinge, die er zu Hause konnte, kann er in der Schule nicht mehr. Er hat Asthma und braucht ständig frische Luft – dabei erfährt er nicht viel Unterstützung seitens der Lehrkräfte“, so Sparke. Um herauszufinden, ob sein Sohn möglicherweise Schadstoffe in den Räumen reagiert, beantragt Sparke bei der Gemeinde Einsicht in ein 2003 erstelltes Gutachten, die ihm nach einigem Nachhaken auch gewährt wird.
„Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Die Mängel, die das Gutachten aufweist, sind beseitigt worden. Für insgesamt 100 000 Euro sind Sanierungen an Schulen und Kindergärten durchgeführt worden. Auch 2009 haben wir nach der – bisher einzigen – Beschwerde von Herrn Sparke erneut die Raumluft in der Hohelucht testen lassen und konnten keine Mängel feststellen“, sagt Olaf Hespe von der Gemeinde.
Aber Hans-Jürgen Sparke gibt sich so schnell nicht zufrieden. Er schreibt in tagelanger Arbeit das Gutachten aus dem Jahr 2003 ab und lässt es von dem Delmenhorster Chemie-Labor „Lafu“ untersuchen. Das Ergebnis laut Stellungnahme des Labors: „Es kann gesagt werden, dass die Arbeit nicht qualifiziert durchgeführt worden ist“.
„Viele Substanzen wurden gar nicht erst geprüft. Auf Formaldehyd oder Lösungsmittel, die sich in bestimmten Materialien verbergen können, wurden die Räume nicht getestet“, so Sparke. Im „Leitfaden für Innenraumhygiene in Schulgebäuden“ des Bundesumweltamtes liest er, dass Lungenprobleme, Migräne, Asthma und andere Probleme von Schadstoffen ausgelöst werden können.
Sparke fragt sich, ob sich auch andere Bürger um Substanzen sorgen, die Kindern langfristig schaden könnten. Wer ähnliche Beobachtungen gemacht hat, kann unter www.hans-juergen.sparke@ewetel.net mit ihm Kontakt aufnehmen.
