HUDE - Sie haben das Heulen des Fliegeralarms während des Zweiten Weltkriegs noch als Pennäler erlebt. Aber sie haben den Lehrern auch Streiche gespielt und erinnern sich gern an ihre Zeit in der Volksschule Hude, die an der Wassermühle hinter der Klosterschänke stand. Einmal im Jahr treffen sich die Jahrgänge 1933 und älter im Gasthaus „To’n drögen Schinken“, um über das gemeinsam Erlebte zu klönen. Nach dem Tod des bisherigen Organisators Rolf Kruse im August hat Johann Rüscher diese Aufgabe übernommen. „Ich bin gern zur Schule gegangen“, sagt der 87-Jährige. Zusammen mit Walter Kutschmann und Dorothea Aust hat er am Mittwoch 21 Ehemalige an den Tisch bekommen.

Die weiteste Anreise hat Dr. Heinz Gräfje auf sich genommen: Er kam aus dem rund 550 Kilometer entfernten Limburgerhof (Rheinland-Pfalz). In der Nazizeit, sagt er, sei er nicht so gern in die Schule gegangen. Nach dem Krieg hat er eine glänzende Schulkarriere hingelegt, in Chemie promoviert und bei BASF gearbeitet.

Gut erinnert sich noch Hanna Bolte an ihre Schulzeit, die 1939 vom Krieg unterbrochen wurde. „Ich wäre gern länger zur Schule gegangen, hätte gern mehr gelernt und etwas anderes gemacht als Kühe zu melken“, sagt die 85-Jährige. Dennoch lächelt sie dankbar über das Glück, überlebt zu haben. „Wir haben alles miterlebt – wie die Splitter aufs Scheunendach geprasselt sind. Wir haben mehr Glück gehabt als Verstand.“