Hude - Klimawandel als Thema in der vierten Klasse: Funktioniert das überhaupt?
Das funktioniert sogar sehr gut, hat Jana Willenborg, Klassenlehrerin der 4a an der Grundschule Hude-Süd, festgestellt. Das Thema haben die Kinder nämlich selbst in den Unterricht eingebracht. Fridays for Future und Greta Thunberg wurden dabei behandelt. Auch über die geplanten großen Klimastreiks auf der ganzen Welt an diesem Freitag wurde gesprochen. Dazu hatte die Fridays-for-Future-Bewegung aufgerufen.
Einen Streik oder eine Demonstration veranstalten die Kinder zwar nicht. Aber mit einer eigenen Aktion wollen sie dennoch auf den Klimawandel aufmerksam machen. Daher unternehmen alle Klassen einen Unterrichtsgang, bei dem Müll gesammelt wird.
Viel Vorwissen
Über Nachrichten und von den Eltern hatten viele Kinder schon einiges über den Klimawandel erfahren. „Dass viel Plastik im Meer schwimmt, mit dem Auto zu fahren oder dem Flugzeug zu fliegen nicht gut für die Umwelt ist“, das wussten die Kinder aber auch schon vorher, sagt die Lehrerin. Auch den Treibhauseffekt konnten einige Kinder schon erklären.
Im Unterricht kam dann der Wunsch auf, am 20. September auch etwas zu unternehmen. „Wir haben entschieden, einen kleinen Lauf um die Schule zu machen“, sagt der neunjährige Julius.
„Wir wollen was fürs Klima tun, weil die Welt überhitzt“, erklärt die neunjährige Kira, „damit die Welt so bleibt, wie sie jetzt noch ist.“ Wenn es zu warm werde, würde etwa das Eis in der Arktis schmelzen und einige Tiere ihre Lebensraum verlieren. „Zu viel CO
Die Aktion musste natürlich vorher mit der Schulleitung abgeklärt werden. Die hatte nichts dagegen, aber die Schülerinnen und Schüler sollten vorher durch alle Klassen gehen und dazu einladen, ebenfalls mitzumachen. Die meisten Kinder machen mit, die Teilnahme ist aber freiwillig.
Mit Plakaten
Auch, wenn es keine Demonstration ist: Mit Plakaten und Trillerpfeifen können sich Kinder und andere Teilnehmenden trotzdem ausstatten.
Der Umgang mit dem Thema hat schon zu einigen Veränderungen in der Klasse geführt: „Wir haben darauf geachtet, kein Plastik in den Brotdosen mitzunehmen“, sagt die neunjährige Ida. Statt zum Beispiel Brote in der Brotdose noch einmal in eine Plastiktüte zu wickeln, liegen diese nun lose drin. Diese und weitere Tipps haben die Viertklässler bei ihrem Gang durch die Klassen auch an die anderen Kinder weitergegeben. Im Elternbrief wurde daher auch noch mal extra darauf hingewiesen, besonders am Freitag möglichst zu Fuß, mit dem Rad oder per Bus zur Schule zu kommen. Wer bei dem Rundgang mitmachen möchte, ist eingeladen, in der fünften Stunde, von 12.05 bis 12.50 Uhr, mitzulaufen. Die Kinder, Lehrkräfte und Eltern laufen um den Block im Schulviertel und sammeln Müll auf. Mit Plakaten wollen sie außerdem auf den Klimawandel aufmerksam machen. Handschuhe sollten mitgebracht werden, Müllbeutel und einige Bollerwagen sind vorhanden.
