HUDE/NOWE MIASTO - HUDE/NOWE MIASTO/KOS - Im Rahmen der seit Herbst 2003 bestehenden Partnerschaft zwischen Hude und der polnischen Stadt Nowe Miasto Lubawskie (ehemals Neumark in Westpreußen) gibt es auch eine intensive Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene. Als jüngstes Projekt haben die Partner gemeinsam mit der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven und dem Geographischen Institut der Universität Torun eine Reihe von Workshops zum Thema „Hochwasserschutz“ organisiert.
Dabei sollen die Grundlagen für ein GIS-gestütztes Hochwasserschutzmodell (GIS = GeoInformationsSystem) erarbeitet werden, mit dem in Nowe Miasto ein vorbeugender Hochwasserschutz betrieben werden kann und somit Schäden an der gerade im Aufbau befindlichen Infrastruktur vermieden werden. Anstoß dafür war ein Hochwasser im Frühjahr 2005, bei dem große Teile der Stadt durch die Drweca (Drewenz), einen Nebenfluss der Weichsel, überflutet wurden und Schäden in Höhe von ca. 875 000 Euro an öffentlichen Einrichtungen und privaten Gebäuden entstanden sind. Betroffen waren unter anderem Straßen und das Kanalsystem auf einer Länge von mehreren Kilometern. Die Schäden bzw. deren Beseitigung werfen die Stadt Nowe Miasto beim Auf- bzw. Ausbau der kommunalen Infrastruktur erheblich zurück.
In das geplante Hochwasserschutzkonzept müssen umfangreiche Daten eingespeist werden, die das gesamte Einzugsgebiet der Drweca betreffen. Dafür konnte das Geographische Institut der Universität Torun (Thorn) als Projektpartner gewonnen werden, dem bereits einige Daten zur Verfügung stehen.
Das endgültige Hochwasserschutzkonzept soll ein GIS gestütztes System sein, in das die hochwasserrelevanten Informationen eingepflegt werden und das für Aufgaben im Rahmen der Stadtentwicklung, zur Durchführung von Hochwassersimulationen sowie der Planung und Koordinierung von Hochwasserschutzmaßnahmen verwendet wird.
Ein erster Workshop fand am 6. und 7. Februar in Polen statt. Dabei wurde auch die Hochwassergenbiete besichtigt. Im Verlauf des zweiten Workshops, der 3. und 4. April in Hude abgehalten wird, sollen bereits konkrete Vorschläge für das weitere Vorgehen diskutiert werden. Das zu Konzept soll einem größeren Teilnehmerkreis aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft sowie interessierten Bürgern während des dritten Workshops in Nowe Miasto am 22./23. Juni vorgestellt werden.
Das aktuelle Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Deutsch-Polnischen Jahres 2006 gefördert und hat eine Laufzeit vom 1. Dezember 2005 bis 30. Juni dieses Jahres.
