Hude - „Bildung aus den Gebäuden auf das Gelände bringen“, beschreibt es Nico Rettcher, Leiter der Peter-Ustinov-Schule. Damit Unterricht auch verstärkt mal draußen stattfinden kann, gibt es Pläne für ein Naturklassenzimmer und einen Phänomenta-Platz auf dem Areal zwischen Sporthalle, Schulhof und Schulteich. Im Ausschuss für Jugend, Gesellschaft und Soziales stellte Architekt Hermann Dunkler-Gronwald eine erste Ideenskizze vor.

Der Planer hat das zur Verfügung stehende Areal in verschiedene Bereiche unterteilt. Und weil das Ganze am Schulteich liegt, kam beim Architekten die Idee auf, für die Abgrenzung der verschiedenen Zonen die Konturen eines Fisches nachzuempfinden.

Die verschiedenen Zonen sollen die Lebensräume darstellen, die typisch für Niedersachsen sind. Vom Ufer über Wald und Wiese bis hin zu leichten Hügeln soll das Gelände gestaltet werden.

Es soll unter anderem einen Fühlpfad mit verschiedenen Materialien geben sowie Erlebniselemente, wie zum Beispiel Wasserspiele.

„Fühlen, berühren, anfassen“, beschreibt der Planer die Phänomenta-Idee. Diese ist nicht neu. Phänomenta-Ausstellungen, die Schüler dazu animieren sollen, mit eigenen Versuchen und mit allen Sinnen die Phänomene dieser Welt zu entdecken, gibt es seit vielen Jahren.

Die Sitzterrasse des eigentlichen Naturklassenzimmers soll aus Natursteinblöcken in drei Ebenen gebaut werden. Ein Serpentinenweg ist vorgesehen. Laut Dunkler-Gronwald ist geplant, die Grundansätze des Platzes von Firmen herrichten zu lassen. Die Schüler und Lehrer gestalten dann weiter.

„Wir brauchen solche Bereiche“, ist Schulleiter Nico Rettcher überzeugt. Und er betont, dass die Schüler heiß darauf seien, sich einzubringen bei Gestaltung und Pflege. Es gebe viele engagierte Lehrer und Eltern. Im Zuge der Kooperation mit den Amazonenwerken könnten zum Beispiel Experimentierstationen gebaut werden. Der Spielplatz soll zudem öffentlich zugänglich sein.

Politik und Verwaltung sollten den Mut haben, eine solche Idee, „für die viele Leute brennen“, auf den Weg zu bringen, meinte Ausschussmitglied Jörg Kreusel. Von einem „spannenden Projekt“ sprach Bürgermeister Holger Lebedinzew. „Ein super Projekt“, sagte Ursula Budde (Freie Wähler) und gab damit die Meinung der meisten Ausschussmitglieder wieder.

Allerdings ist da die Kostenfrage. Rund 83 000 Euro kostet das Vorhaben nach ersten Schätzungen. Es gibt aber die Chance, es eventuell als Leader-Projekt gefördert zu bekommen. Das Projekt habe zumindest die Tauglichkeit, hat sich Bürgermeister Lebedinzew schon mal erkundigt. Dann würde die Gemeinde Hude nur noch rund die Hälfte der Kosten aufbringen müssen.

Einstimmig wurde empfohlen, einen Leader-Antrag vorzubereiten und auf den Weg zu bringen. Sollte dieser Antrag Erfolg haben, müssten im Haushalt des Jahres 2020 Eigenmittel der Gemeinde von maximal 45 000 Euro bereitgestellt werden. Sollte der Antrag scheitern, soll neu beraten werden.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude