HUDE - „Dürfen Kinder einschreiten, wenn Mama geschlagen wird?“. Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung „Echt fair“ im Kulturhof, die seit Montag besucht werden kann. Die Ausstellung setzt vor allem auf interaktive Informationen. Die Besucher der insgesamt sechs „Erlebnissäulen“ müssen sich eigene Gedanken machen. So gilt es unter anderem Gewalt richtig einzuschätzen.
Großes Interesse
Das Interesse an der Ausstellung ist groß. Insgesamt 27 Schulklassen haben sich bereits angemeldet. „Das bedeutet für uns zwei Wochen Einsatz rund um die Uhr“, verrät Birgit Lohmann-Liebezeit, Leiterin des Kulturhofes. Ausgearbeitet wurde die Ausstellung vom Präventionsbüro „Petze“ in Kiel in Kooperation mit „BIG Prävention“ in Berlin.
Am Montag konnte sich eine 8. Realschulklasse der Peter-Ustinov-Schule an den Ausstellungsobjekten informieren. Bevor es jedoch in den Ausstellungsraum ging, wurde die Klasse in eine Jungen- und Mädchengruppe unterteilt. „Das machen wir, weil die Teilnehmer oft sehr persönliche Fragen haben“, so Lohmann-Liebezeit.
Während die Mädchen der Peter-Ustinov-Schule in den Ausstellungsraum durften, erarbeiteten die Jungen Arbeitsblätter zum Thema Mobbing und Gewalt. Zusätzlich erhielten alle Teilnehmer ein Notfallkärtchen, auf der Telefonnummern stehen, an die sich Jugendliche bei Problemen wenden können.
Gewalt erkennen
An den sechs Erlebnisstationen lernten die Mädchen derweil spielerisch, wie man Gewalt erkennt, sie verhindert und Hilfe holt.
Die Station „Gewaltig“ zeigt Formen von Gewalt auf, mit denen Kinder und Jugendliche in der Öffentlichkeit, in der Schule, im sozialen Umfeld und in der Familie konfrontiert sind. Verschiedene Situationen wie „der Vater schreit die Mutter an“ mussten von den Schülern eingeschätzt werden. Hier wurde zwischen krasser Gewalt und „völlig harmlos“ unterschieden. „Die Kinder werden spielerisch an diese Thematik herangeführt. Sie sollen lernen, wo Gewalt anfängt“, sagte Lohmann-Liebezeit.
