HUDE - Die Erfahrungen fallen positiv aus. Die Generationen sind sich näher gekommen.

Von Julia Logemann

HUDE - Viel mitgegeben für das Leben haben 30 ältere Menschen, um die 80 Jahre alt, den Huder Realschülern: Sich Ziele setzen und diese erfüllen, zufrieden sein mit dem was man hat, mal bescheiden sein, Verantwortung für sein Handeln übernehmen und nichts zu verlangen, was man selber nicht tun würde – dies sind nur fünf der zwölf Punkte, die die 13- bis 15-Jährigen aus ihren Erfahrungen bei dem Projekt „Tätige Nächstenliebe – Begegnung von Jung und Alte" resümierten. Die 30 Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c der Realschule der Peter-Ustinov-Schule in Hude nahmen an diesem Projekt innerhalb des Religionsunterrichts teil. Am Sonnabend trafen sich alle Beteiligten – rund 100 Leute, darunter Schüler, Senioren und Eltern – in der Schule zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

„Früher hatten es die Menschen nicht leicht, aber waren dennoch zufrieden“, so Marie-Luise Spohler, 14 Jahre. „Die älteren Menschen hatten viel weniger Freizeit als wir heute haben“, erzählt Kevin Kolbe, 15 Jahre, über seine Erlebnisse. „Trotzdem haben sie mehr miteinander gemacht“, so Spohler.

Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber dem Projekt und der Frage, was man bei den Besuchen miteinander anfangen solle, entwickelte sich zwischen den beiden Generationen eine gute Beziehung. „Einige sind oft länger geblieben als sie brauchten und wollen sich auch nach dem Projekt wiedersehen“, so Kolbe.

Skepsis war auch zunächst auf der anderen Seite vorhanden. „Es war gar nicht so einfach jemanden zu finden, der bereit war, sich darauf einzulassen“, so Elternvertreterin Angelika Ahlers. Wer sich dennoch herantraute und es „wagte“, sich mit den 13- bis 15-jährigen Schülern zu treffen, dem „lachte bald das Herz“, beschreibt eine der älteren Damen, Lisa Alfs, ihre Treffen mit ihrem Schützling. Somit sei es eine Freude für sie gewesen, fröhliche, junge Menschen um sich zu haben, und dieser Winter hätte den Alltag ein Stück weit vergessen lassen.

Eine positive Veränderung haben auch die Eltern bei ihren Kindern festgestellt. „Die Gespräche bei den Besuchen haben die Kinder oft auch noch zu Hause beschäftigt. Insgesamt sind sie nachdenklicher und reifer geworden“, beschreibt Elternvertreter Erwin von Behrens die Entwicklung. Die Klassenlehrerin Ursula Mitschker sieht eine Bereicherung für alle Seiten. Die Generationen einander näher zu bringen, sei einer der Erfolge, die damit verbucht werden könnten. „Bereiche wie Verantwortung, Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Kommunikation wurden mit dem Projekt berührt“, so Mitschker. Die Ausbildung guter sozialer Fähigkeiten sei eine Basis für das spätere Berufsleben, glaubt sie.