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Weiterbildung „Für Pflege von Demenzkranken gibt es kein Rezept“

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HUDE - In der Regel gibt es keine Regel – zumindest bei der Pflege von Demenzkranken. „Das sind Menschen, die man nur individuell betrachten kann. Beim einen hilft das eine, beim anderen das andere“, sagt Pflegedienstleiterin Elisabeth Loch von der Diakonie-Sozialstation Hude. Und AOK-Krankenschwester und Co-Dozentin Imke Högermann ergänzt: „Es gibt kein Rezept.“ Zu lernen gibt es trotzdem viel. Deswegen haben jetzt 16 Männer und Frauen in der Diakonie-Sozialstation einen Kurs für pflegende Angehörige von Demenzkranken absolviert. Am Donnerstag schlossen sie den vierwöchigen Lehrgang ab, den die Einrichtung gemeinsam mit der Krankenkasse AOK regelmäßig anbietet.

„Man darf es nicht zu ernst nehmen oder persönlich an sich herankommen lassen“, erklärt Bernd Domsel, was er aus dem Kurs mitgenommen hat. Seine Schwiegermutter sei an Demenz erkrankt. Noch sehr gering, aber hin und wieder „kommt es durch“, beschreibt er, manchmal werde sie persönlich. „Dann muss man sich sagen: Ok, sie hat Angst, und der Angriff ist nicht persönlich gemeint.“

Einfach „machen lassen“

Ähnliches sagt auch Karin Hohn. „Ich würde zum Beispiel nicht mehr widersprechen.“ Und: „Vorher hat man schon mal gesagt: ,Setz dich mal richtig hin’ – wie man das bei einem Kind macht.“ Jetzt, sagt sie, würde sie „machen lassen“.

Nichts persönlich an sich heranlassen, nicht widersprechen – aber dennoch darüber sprechen, „auch mit den Nachbarn“, gibt Katarina Hutfilter noch einen dritten Tipp. Bernd Domsel stimmt ihr zu: Freunde und Nachbarn sollten Bescheid wissen, damit sie das Verhalten des Erkrankten richtig einordnen können.

Der Austausch im Kurs und die gegenseitigen Ratschläge helfen beim Umgang mit der Situation zu Hause oder im Freundeskreis, darin sind sich die Teilnehmer einig. Aber ohne Theorie funktioniert auch der Pflegekurs nicht. In einer Ecke des Seminarraums steht ein Flipchart, auf dem Elisabeth Loch den Teilnehmern die Pflegesätze erläutert, die verschiedenen Paragrafen des Sozialgesetzbuchs oder welche Leistung wo beantragt werden kann.

Neuer Kurs

Gemeinsam werben Elisabeth Loch und Imke Högermann nun für den nächsten Kurs, der am Donnerstag, 3. März, startet. Der Basispflegekurs, den sie anbieten, findet bis zum 28. März immer donnerstags und montags von 16 bis 18 Uhr in der Diakonie-Sozialstation (Parkstraße 52) statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung unter Telefon0 42 21/101-4 83 77 (Högermann) oder Telefon 0 44 08/6 07 07 (Loch).

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